Was zählt, sind die Dividenden von morgen

Dividendenindizes arbeiten meist mit rein quantitativen Daten aus der Vergangenheit. Zwar sind sie in der Regel weniger volatil als ihre Benchmarks, doch weisen sie häufig einen höheren maximalen Verlust auf. Warum qualitative und prognostische Methoden hier Abhilfe schaffen können.

Obwohl die Wertentwicklung von Dividendenstrategien zuletzt hinter dem Gesamtmarkt blieb, spricht nach wie vor einiges für sie. Denn Aktiendividenden sind im Zeitverlauf vergleichsweise stabil, während die Renditen von Staatsanleihen weiterhin sehr niedrig sind und auch Unternehmensanleihen keine hohen Erträge bieten.

Quelle: IHS Markit, Bloomberg Finance LP, Deutsche Bank AG. As of: 19/09/2017. Underlying index being iBoxx EUR Corporate Bond Index.

Neues Konzept ermöglicht besseres Risiko-Rendite-Profil

Allerdings gibt es eine Besonderheit zu beachten: Aktien mit stabilen Dividenden sind in der Regel zwar weniger volatil als der Gesamtmarkt und werden als eher defensiv eingestuft. Klassische Dividendenindizes jedoch, die sich auf solche Aktien mit hohen Ausschüttungen konzentrieren, können einen Nachteil aufweisen. Im Fall einer Korrektur waren die maximalen Verluste dieser Indizes in der Vergangenheit mitunter höher als im Gesamtmarkt.

Das Vorgehen der klassischen Dividendenansätze, die Höhe der Dividendenausschüttung zu maximieren, kann ungünstig sein. Eine eindimensionale Maximierung der Dividende führt demnach nicht zum besten Rendite/Risiko-Verhältnis. Daraus kann sich eine niedrigere Rendite bei einer ebenfalls niedrigeren Sharpe-Ratio ergeben. MSCI-Rückrechnungen zeigen – für den langen Zeitraum von 1927 bis 2015 – dass der Verzicht auf einen geringen Anteil an Dividenden ein wesentlich attraktiveres Rendite/Risiko-Verhältnis erzeugt. So führte im betrachteten Zeitraum eine reine Maximierung der Dividende zu einer Rendite von zehn Prozent bei einer Volatilität von über 20 Prozent und einer Sharpe Ratio von 0,29. Auf einer in Dezile eingeteilten Skala mit aufsteigendem Grad an Dividendenmaximierung erreichten Strategien im achten Dezil deutlich bessere Werte: Das bedeutet, wenn maximale Dividenden nicht im Fokus stehen, ist eine höhere Rendite von knapp zwölf Prozent bei einer geringeren Volatilität von unter 20 Prozent möglich, und damit einer höheren Sharpe Ratio von 0,42.

Morningstar hat ein Indexkonzept entwickelt, das neben der Dividendenrendite die Wettbewerbsvorteile eines Unternehmens zu einem zentralen Auswahlkriterium macht. Der „Morningstar Developed Markets Dividend Yield Focus Index“ repräsentiert eine globale Auswahl von 200 nach dieser Methodik ausgewählten Dividendenwerten. Eine auf 75 US-Dividendenaktien fokussierte Selektion bildet den „Morningstar US Dividend Yield Focus UCITS Index“. Xtrackers macht dieses Morningstar-Konzept über den Xtrackers Morningstar Global Quality Dividend UCITS ETF sowie den Xtrackers Morningstar US Quality Dividend UCITS ETF für Anleger investierbar.

Ein signifikanter Wettbewerbsvorteil ermöglicht es Unternehmen, über einen längeren Zeitraum überdurchschnittliche Gewinne zu erzielen. Je größer dieser Vorteil ist, desto besser werden die künftigen Renditen des Unternehmens durch einen „Burggraben“ gesichert, wie Morningstar es nennt. Zu den Faktoren, die in den Wettbewerbsvorteil miteinfließen, gehören immaterielle Vermögenswerte wie Marken, Patente und Lizenzen. Hinzu kommen potenziell hohe Wechselkosten, die Kunden daran hindern, zu einem Wettbewerber abzuwandern. Netzwerkeffekte bilden einen weiteren Faktor, wenn Wert und Nutzen eines Produkts mit zunehmender Kundenzahl wachsen. Einen klassischen Wettbewerbsfaktor bilden spezifische Kostenvorteile. Und manche Geschäftsmodelle profitieren von Wettbewerbsvorteilen mittels effizienter Skalierung. Geprüft wird zudem, wie groß dieser Vorteil ist und wie wahrscheinlich es ist, dass dieser langfristig aufrechterhalten werden kann. Nur Unternehmen, denen zugetraut wird, dass sie ihren Wettbewerbsvorteil voraussichtlich mehr als zehn, besser noch 20 Jahre aufrechterhalten können, kommen in die engere Index-Auswahl.

Zusätzliche Stabilität erhalten die Morningstar-Dividendenindizes durch einen Ausfallindikator, der künftige finanzielle Risiken transparent machen soll. Im Ergebnis kann der Developed-Markets-Index derzeit aus einer Vorauswahl von rund 700 Einzeltiteln schöpfen, die etwa 61 Prozent der Marktkapitalisierung auf sich vereinen. Der US-Index bildet sich aus einem Universum von rund 400 Einzeltiteln mit einer Kapitalisierung von etwa 77 Prozent des Gesamtmarktes. Die endgültige Auswahl der Index-Mitglieder folgt dann einem recht einfachen Prinzip: Die Aktien werden entsprechend ihrer jährlichen Dividendenrendite in absteigender Reihenfolge einem Dividenden-Ranking unterzogen. Mit ihrem an den Kriterien „Wettbewerbsvorteil“, „finanzielle Stabilität“ sowie „Dividendenrendite“ orientierten Selektionsprozess bekommen die Dividendenindizes von Morningstar damit eine qualitative und eine prognostische Komponente, während die vergleichbaren Produkte anderer Anbieter auf rein quantitativen Daten aus der Vergangenheit beruhen.

Das Ergebnis dieser Auswahl: Der breite „Morningstar Developed Markets Dividend Yield Focus Index“ geht im Backtesting bis zu 90 Prozent der Aufwärtsperformance seiner Benchmark mit, aber nur 86 Prozent der Abwärtsperformance. Auch in der Finanzkrise hat sich der breite Index als relativ robust erwiesen – gerade im Vergleich zum konventionell zusammengesetzten S&P Global Dividend Aristocrats Index. Der den US-Markt abdeckende „Morningstar US Dividend Yield Focus UCITS Index“ nimmt an bis zu 77 Prozent der Aufwärtsperformance der Benchmark teil, aber nur mit 61 Prozent der Abwärtsperformance.

Quelle: Bloomberg Finance L.P., DWS Berechnungen, Stand: 29.06.2018. Alle verwendeten Indizes sind in USD denominiert. Alle Indizes sind Net Total Return Indizes.

 




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