Entdecken Investoren Gold wieder als sicheren Hafen?

Aktienmärkte im Aufrur: Was heißt das für Edelmetalle? Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH, kommentiert.

Die weltweit wachsenden Unsicherheiten an den Aktienbörsen haben sich im Oktober positiv auf Edelmetalle und Minenaktien ausgewirkt. Dadurch schaffte der Goldpreis wieder den Sprung über die charttechnisch wichtige Grenze von 1.210 USD und hielt diese auch. Der Schlusskurs lag bei 1.215 USD, was einem Plus von 0,2 Prozent entspricht. Silber entwickelte sich mit -1,4 Prozent etwas schlechter und schloss den Monat bei 14,28 USD. „Die jüngsten Entwicklungen lassen zumindest auf eine Fortsetzung der Bodenbildung bei Edelmetallen schließen, die das Fundament für eine Trendwende bilden könnten. Die im Oktober veröffentlichten Inflationszahlen – in Deutschland bei 2,5 Prozent – verdeutlichen, dass der reale Kaufkraftverlust weiter zunimmt, was das Interesse für Gold erhöhen sollte. Um von einem wirklich stabilen Aufwärtstrend bei Gold sprechen zu können, müssen allerdings zwei Dinge gegeben sein: Sowohl der Silberpreis als auch die Minenaktien müssen stärker steigen als Gold“, sagt Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH. „Da der Silbermarkt deutlich kleiner ist, sollte der Preis stärker reagieren, das heißt die Gold Silber Ratio müsste von aktuell über 80 auf 70 sinken. Dieses eindeutige Signal ist bislang noch nicht zu erkennen.“

Nach einem bis dato enttäuschenden Jahr haben sich die Aktien der Minengesellschaften über den gesamten Monat leicht im Plus entwickelt. „Die Stabilisierung des Marktes schreitet voran, muss sich jedoch auch in den nächsten Monaten weiter bestätigen. Dann könnte es zum Jahresende wieder Kaufsignale geben“, sagt Siegel. Gleichzeitig drücken aber auch die weltweit gestiegenen Energiepreise auf die Gewinnspannen der Minengesellschaften. „Solange der Goldpreis nicht stabil weiter steigt, dürften die Energiepreise die Kurse der Minenaktien wegen sinkender Gewinnmargen über die kommenden Monate belasten“, so Siegel.

Platin und Palladium konnten an die positive Entwicklung des Vormonats anknüpfen. Palladium erreichte sogar zwischenzeitlich ein Allzeithoch und legte insgesamt um 2 Prozent auf 1.081,50 USD zu. „Der Palladiumanstieg wird vor allem durch die Dieselkrise und dem damit verbundenen Trend zu Benzinern begünstigt, da hier mehr Palladium gebraucht wird“, sagt Siegel. Platin entwickelte sich ebenfalls mit Plus 1,8 Prozent aufwärts und schloss bei 838,50 USD.

Für Basismetalle dagegen setzt sich das sehr durchwachsene Jahr weiter fort. Alle Preise zeigten abwärts: Zink (-5,5 Prozent), Kupfer (-3,5 Prozent), Blei (-5,7 Prozent), Nickel (-7,9 Prozent) und Aluminium (-6,3 Prozent). Steigende Zinsen, der Einbruch beim Ölpreis und der Aktienbörsen generieren deutliche Warnsignale für die weltweite Konjunktur, sodass der Gesamttrend für Basismetalle nach Meinung von Martin Siegel auch weiterhin negativ bleiben dürfte.

Der negative Ausblick für die Weltkonjunktur schlug sich im Oktober deutlich auf den Ölpreis nieder. Brent-Öl verlor 11,2 Prozent und notierte zum Monatsende bei 75,47 USD. Das ist der stärkste Rückgang seit drei Jahren.




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