Für Anleger ist Vorsicht das Gebot der Stunde

Die mittelfristigen Aussichten für Kolumbien sind vielversprechend und weisen Parallelen zum nahen Chile auf. Kurzfristig hängt jedoch viel von der Entwicklung von Kolumbiens wichtigstem Exportgut ab,dem Öl. Matthew Holdgate, Analyst bei Nikko Asset Management, kommentiert die Vorgänge in Kolumbien.

Anleger haben Grund zur Freude: Trotz geringer Wahlbeteiligung hat in Kolumbien der konservative Iván Duque über den linken Ex-Rebellen Gustavo Petro triumphiert. Doch das anstehende Treffen der Petrostaaten könnte allzu optimistischen Anlegern einen Strich durch die Rechnung machen.

Niedrige Wahlbeteiligung

Die historisch niedrige Wahlbeteiligung lag zum einen am Kopf-an-Kopf-Rennen zweier extremer Kandidaten, zum anderen an der Fußballweltmeisterschaft.

Insgesamt sehen die mittelfristigen Aussichten für Kolumbien aber gut aus und weisen Parallelen zum nahen Chile auf. Kurzfristig hängt jedoch viel von der Entwicklung von Kolumbiens wichtigstem Exportgut ab: dem Öl.

Peso mit Rückenwind

Die Gewinne durch den gestiegenen Ölpreis haben dem kolumbianischen Peso im Verlauf des letzten Jahres Rückenwind gegeben. Doch sollten sich die Opec und Russland Ende dieser Woche darauf einigen, die Ölförderung wieder zu erhöhen, könnte der Peso trotz des günstigen Wahlausgangs seine früheren Gewinne einbüßen.

Da Duque vom Grundsatz her eindeutig wirtschafts- und unternehmerfreundlich ist, haben Anleger dennoch Grund, auf seinen Wahlsieg optimistisch zu reagieren.

Gelassene Reaktion des Marktes

Weil das Wahlergebnis erwartet worden war, dürfte die Reaktion des Marktes aber etwas gedämpft ausfallen.

Bereits im Vorfeld hatte der Markt positiv auf Duques starke Umfragewerte reagiert. Denn in einer für die Emerging Markets enorm schwierigen Zeit behauptet sich Kolumbien aufgrund des stärkeren US-Dollar-Umfeldes und der Währungskrise im nahegelegenen Argentinien als ‚Spitzenperformer‘.

Hinsichtlich der kolumbianischen Innenpolitik erwarten wir, dass sich der Markt zunächst auf die Zusammensetzung des Kabinettes fokussieren wird, vor allem auf die Besetzung des Finanzministersamtes. Für diesen Posten wird der als äußerst glaubwürdig geltende Juan Pablo Córdoba gehandelt, der bereits unter Präsident Álvaro Uribe Finanzminister war.

Gustavo Petro wird derweil seinen Sitz im Senat einnehmen und versuchen, die spärlich vertretene Opposition gegen die neue Regierungskoalition zu mobilisieren.

 




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