Gewerblicher Investmentmarkt mit Rekord-Transaktionsvolumen

Ein politisch und wirtschaftlich turbulentes Jahr ist vorbei. Internationale Mächte sind auf Konfrontationskurs, geopolitisch genauso wie wirtschaftlich. Trotzdem verzeichnete der deutsche Immobilienmarkt ein Rekordjahr.

Ein politisch und wirtschaftlich turbulentes Jahr ist vorbei. Internationale Mächte sind auf Konfrontationskurs, geopolitisch genauso wie wirtschaftlich. Keine zwei Jahre hat US-Präsident Donald Trump gebraucht, um die Weltordnung in ihren Grundfesten zu erschüttern. Handelskriege, deren Androhung oder die Aufkündigung von internationalen Vereinbarungen wie dem Pariser Klimaschutzabkommen, dem Atomabkommen mit dem Iran oder dem Ausstieg der USA aus dem bilateralen INF-Vertrag mit Russland, die Vernichtung aller landgestützten Flugkörper mittlerer und kurzer Reichweiten betreffend, sind Instrumente dieser destabilisierenden Politik. Das größte Risiko für die Weltwirtschaft sind derzeit die Politiker und ihre Ego-Trips. Hier gilt der Plural. Denn Donald Trump steht diesbezüglich nicht allein. Eine Kooperation unter den wichtigsten Volkswirtschaften, wie sie während der Finanzkrise erfolgte, kann heute zum Beispiel nicht mehr als selbstverständlich vorausgesetzt werden.

Die Staaten der Welt bewegen sich nicht mehr aufeinander zu – sondern voneinander weg. Ein Paradebeispiel ist Großbritannien. Sonst ein Muster an wirtschaftspolitischem Pragmatismus, steuert das Land auf einen ungeordneten Austritt aus der EU zu, weil die konservative Partei von Regierungschefin Theresa May gespalten ist. Auch das jüngst von May gewonnene Misstrauensvotum lässt nur bedingt hoffen. In Italien, immerhin ebenfalls ein G7-Staat, regieren schwer zu berechnende Populisten. Staatsbankrott nicht ausgeschlossen. Die Liste ließe sich um viele weitere Beispiele verlängern. Summa summarum ein eher düsteres Szenario, verfinstert darüber hinaus durch die enorme Schuldenlast der Weltwirtschaft.

Wachstum nach Finanzkrise basiert auf Verschuldung

Der weltweite Schuldenstand der Staaten, Unternehmen und privaten Haushalte ist nach Zahlen des Internationalen Währungsfonds seit 2007 von 179 Prozent der Wirtschaftsleistung auf 225 Prozent emporgeschossen. Ein Großteil des Wachstums, das die Industriestaaten seit der Finanzkrise erlebt haben, ist auf diese gestiegene Verschuldung zurückzuführen und nicht auf nachhaltige Faktoren wie wachsende Produktivität. Schulden und noch mehr Schulden stehen zum Beispiel hinter dem bemerkenswerten Wachstumsschub, den die Vereinigten Staaten derzeit erleben.

Vor dem beschriebenen politischen Hintergrund sehen viele Anleger ihr Heil in der Anlageklasse Immobilien. Es gibt gute Gründe, warum die Nachfrage nach Immobilien 2019 hoch bleiben wird. Wegen fehlender Alternativen entscheiden sich immer mehr Investoren für eine Erhöhung ihrer Immobilienanlagequoten. Zahlreiche Pensionsfonds und Versicherungen haben einen immensen Kapitaldruck und bereits kleine Veränderungen in der Anlagestrategie haben enorme quantitative Effekte auf den Immobilienmarkt. 2019 droht die größte Gefahr für den deutschen Immobilienmarkt von Seiten einer möglichen Verschärfung der globalen Handelsrestriktionen sowie durch einen ungeordneten Brexit. Das könnte auch die immer noch gute wirtschaftliche Lage Deutschlands in Mitleidenschaft ziehen. Es bleibt dann abzuwarten, ob die Europäische Zentralbank ihren Zinsanstiegskurs fortsetzt, oder ob sie sich in einer Situation wiederfindet, der sie mit geldpolitischen Maßnahmen begegnen will, um die EU-Wirtschaft zu stützen. Dann wäre ein Zinsanstieg erst einmal ad acta gelegt.

Rekordjahr 2018 mit über 60 Milliarden Euro Transaktionsvolumen

Der Aufschwung am Investmentmarkt hat auch 2018 angehalten und geht damit 2019 ins zehnte Jahr. Angesichts der sehr dynamischen letzten drei Monate des Jahres und der Realisierung einiger großvolumiger Transaktionen bleibt festzuhalten, dass 2018 ein außergewöhnliches Investmentjahr war. Auch die bemerkenswerten Aktivitäten abseits der Mega-Transaktionen haben ihren Beitrag zu dieser Entwicklung geleistet.




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