Globale Anleihemärkte: Chancen gibt es immer

2018 ist kein einfaches Jahr für die globalen Anleihemärkte. Steigende US-Zinsen haben nicht nur Auswirkungen auf amerikanische Anleihen. Hinzu kommen die Handelsstreitigkeiten und politische Risiken in Europa, die die Märkte beeinflussen. Das Anleihe-Team von UBS Asset Management (UBS-AM) gibt einen Überblick, wo Chancen liegen und wo Vorsicht geboten ist.

In diesem Jahr gab es bislang viel Gegenwind für die globalen Anleihemärkte. Auffällig war die Abflachung der US-Zinsstrukturkurve. Zu den Zinserhöhungen durch die amerikanische Notenbank Fed kam eine Ausweitung der Risikoaufschläge für Emerging-Markets-Anleihen und Unternehmensanleihen. Diese Kombination hat vielen Anleihemärkten in diesem Jahr Verluste beschert. Auch aktuell prägt die Fed-Politik mit Zinserhöhungen und Bilanzschrumpfung die Anleihemärkte. Eng damit verbunden sind die Steuersenkungen in den USA, die die Wirtschaft stärken, was wiederum die Zinsen nach oben treibt. Weitere wichtige Einflussfaktoren sind der Handelskrieg zwischen den USA und China sowie die politische Situation in Italien, geprägt durch die neue populistische Regierung.

Divergenz bei Wirtschaft und Geldpolitik eröffnet Chancen

Doch gerade aus Marktverschiebungen, wie sie durch die Situation in Italien oder Großbritanniens EU-Austritt entstehen können, ergeben sich Investmentchancen. Ebenso eröffnet die unterschiedliche wirtschaftliche und geldpolitische Entwicklung in den USA, Europa und Japan sehr gute Anlagemöglichkeiten. Flexible, globale Anleihefonds wie der UBS Global Dynamic Bond haben den großen Vorteil, dass sie das gesamte Anleiheuniversum nutzen können und daher immer interessante Anlagen finden.

Ein Beispiel liefern Staatsanleihen aus Neuseeland, die relativ hohe und attraktive reale Renditen bieten. Trotz der jüngsten wirtschaftlichen Erholung ist die Inflation in Neuseeland immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau und zwingt die dortige Notenbank zu einer lockeren Geldpolitik. Die unsichere Lage in Italien bietet ebenfalls Chancen für taktische Investments. So haben wir nach dem Ausverkauf im Mai zunächst kurzfristige Staatsanleihen erworben und sind dann ans längere Ende der Zinskurve gewechselt, haben Gewinne mitgenommen und dann wieder ein kleines Exposure nachgekauft.

US-Anleihen trotz potenzieller Zinserhöhungen attraktiv

Auch US-Anleihen liefern derzeit eine gute Rendite. Wir haben unsere Duration dort etwas hochgefahren, nachdem der Markt die Zinserhöhungen eingepreist hat und die Rendite zehnjähriger Anleihen auf über drei Prozent gestiegen ist. Zwar dürften aufgrund der starken US-Wirtschaft weitere Zinserhöhungen erfolgen, jedoch sollten die Anleiherenditen wegen der vorherrschenden globalen Unsicherheiten erst einmal nicht deutlich steigen.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch Anleihemärkte mit sehr niedrigen Renditen. Dies sind meist Märkte, bei denen die Zentralbanken gerade begonnen haben oder kurz davorstehen, die Zinsen zu erhöhen. Beispiele hierfür wären Großbritannien oder auch Schweden.

Was den deutschen Markt angeht, so befinden sich Bundesanleihen derzeit auf einem eher teuren Niveau.

Flexibel durch alle Marktzyklen

In den Emerging Markets gehen wir sehr selektiv vor und bevorzugen Länder mit angemessener Inflation, hoher Rendite und niedrigem Leistungsbilanzdefizit wie Mexiko, Brasilien, Indien, Russland und Südafrika. Bei Unternehmensanleihen sind wir vorsichtiger geworden. 2017 bis Anfang 2018 haben sich die Risikoaufschläge schon sehr stark eingeengt. Sollte das globale Wirtschaftswachstum deutlich enttäuschen, dürften Firmen-Bonds sich nur noch unterdurchschnittlich entwickeln. Solange die globale Wirtschaft jedoch noch zulegt, bieten sie attraktive Renditen, die wir gerne mitnehmen.

Der UBS Global Dynamic Bond Fund investiert flexibel in die unterschiedlichsten Rentenmärkte weltweit und kann dabei ebenfalls individuelle Short-Positionen eingehen. Das macht den Fonds zum Allrounder auch in schwierigen Marktsituationen, der sich durch seine defensive Ausrichtung und breite Diversifikation als Kern eines Anleiheportfolios empfiehlt.




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