Gute Argumente für Aktien bis in 2019 hinein

Philipp van Hove, Head of Equity Portfolio Management bei der SIGNAL IDUNA Asset Management GmbH (SIAM), sieht den Aktienmarkt aktuell angeschlagen. Jedoch seien es eher weiche Faktoren, welche für Verunsicherung am Markt sorgen.

Allerdings würden Themen wie der schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und China, die Lage in ausgewählten Schwellenländern, der Brexit und auch die politische Unsicherheit rund um Italien Investoren verunsichern. Jedoch nehmen wir einen Gewöhnungseffekt im Markt wahr: Die unruhige Nachrichtenlage wird Teil der Routine, und die Investoren haken negative Nachrichten nach einigen Tagen ein Stück weit ab. Schon heute sind Themen, wie beispielsweise die Türkei-Krise, bereits nach wenigen Handelstagen am Markt eingepreist. Sollte es deshalb zwischen China und den USA wider Erwarten zu einer Einigung in der Handelsfrage kommen, dürften alle anderen Risikofaktoren für eine Weile in den Hintergrund treten und die Aktienmärkte großes Potenzial entfalten.

Aufgrund der weiterhin positiven fundamentalen Lage, insbesondere des anhaltenden Liquiditätsangebots der Notenbanken, gehen wir nicht davon aus, dass die Märkte vor einem Crash stehen: Im derzeitigen Umfeld stehen noch immer Investoren an der Seitenlinie, um günstige Bewertungen zum Einstieg zu nutzen. Allerdings empfiehlt es sich, taktisch vorzugehen und eine gute Balance im Portfolio zu finden. Seit einigen Wochen findet eine aktive Sektor-Rotation statt. In unseren Fonds nutzen wir diese Entwicklung dazu, mit Hilfe taktischer Positionen zusätzliche Renditechancen zu generieren.

US-Tech-Blue-Chips können US-Markt ins Stottern bringen

Während defensive Titel aktuell gefragt seien, machen die hohen Bewertungen von US-Tech-Aktien zunehmend Sorgen: Die derzeitige Diskussion über eine mögliche Regulierung von Facebook, Twitter und Co. sollte man genau verfolgen, denn sie könnte einen wichtigen Motor des US-Aktienmarkts ins Stottern bringen.

Die Vereinigten Staaten liefern Monat für Monat robuste Konjunkturdaten, und auch die Zahlen der Unternehmen sprechen dafür, dass der Aufschwung zumindest bis ins Jahr 2019 hinein intakt bleibt. Genauso ist in Europa die Lage solide und rechtfertige moderate Kursanstiege. Wir sind weiter davon überzeugt, dass die Märkte in den USA und in Europa am Jahresende höher notieren als aktuell. Eine Präferenz formulieren wir aber nicht. Es spricht einiges dafür, dass beide Regionen eine ähnlich moderate Dynamik zeigen.

Wir sehen die USA zwar ambitioniert bewertet, allerdings muss diese Bewertung im Zusammenhang mit den positiven Rahmendaten betrachtet werden. Europa sei dagegen – schon bald traditionell – relativ unterbewertet, zeigt aber nicht die volkswirtschaftliche Dynamik der USA, was mit Sicherheit auch der zusätzlichen Unterstützung durch die Steuerreform des US-Präsidenten zuzuschreiben ist.

Sonderfall Japan

Einen Sonderfall stellt Japan dar. In heiklen Börsenphasen suchen Investoren sichere Häfen. Der japanische Yen ist einer davon. Eine festere Währung ist aber tendenziell dazu geeignet, den Exportsektor Japans zu schwächen, und sollte sich somit auch dämpfend auf das Renditepotenzial am japanischen Aktienmarkt auswirken.

Auch auf Seiten der Emerging Markets habe das Risiko in den vergangenen Monaten zugenommen. Den einen aussichtsreichen Markt, der Chancen bei zugleich moderaten Risiken verspricht und der sich abseits des üblichen Anlageuniversums vieler Investoren befindet, gibt es nicht. Auch in Schwellenländern empfiehlt es sich, selektiv vorzugehen und Risiken im Blick zu haben.




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