Gute Perspektiven bei brummender Weltwirtschaft

Europa, USA und Schwellenländer – Florence Pisani, Global Head of Economic Research bei Candriam, und Chefökonom Anton Brender geben einen Ausblick auf die kommende Marktlage.

Erholung gewinnt an Fahrt in der Eurozone

Die Eurozone hat sich eindeutig auf einen soliden Wachstumspfad begeben. Darüber hinaus wird sie von der Binnennachfrage angetrieben. Nach Jahren der Korrektur erholt sich die Wohnbaubranche und der private Konsum profitiert trotz anziehender Inflation und nach wie vor verhaltenen Lohnzuwächsen von einer schwungvolleren Schaffung von Arbeitsplätzen. Aufgrund verbesserter Aussichten bei der Nachfrage und wegen günstiger Kreditbedingungen dürften die Unternehmen ihre Investitionen weiter intensivieren. Der Außenhandel könnte das Wachstum hingegen leicht eindämmen. Es liegt auf der Hand, dass sich die globale Erholung positiv auf die Exporte auswirkt, doch mit einem Euro-Wechselkurs, der nicht weiter gesunken ist, scheinen wachsende Importe ein realistisches Szenario darzustellen. Unterm Strich dürfte das Wachstum 2017 1,8 Prozent erreichen und 2018 auf rund zwei Prozent klettern.

Durch eine kräftige wirtschaftliche Erholung begünstigt, befindet sich die EZB allmählich in einer guten Position, um einen neuen Kurs einzuschlagen. Sie wird dabei jedoch vorsichtig sein und keine kräftige Anhebung der langfristigen Zinssätze vornehmen. Immer noch ist die Vollbeschäftigung nicht erreicht, die zugrundeliegende Inflation ist schwach und das Kreditwachstum bleibt nach wie vor bescheiden. So wie die EZB hauptsächlich zur Belebung der Wirtschaft beigetragen hat, liegt es nun an den europäischen Regierungen, Unterschiede in den Bereichen Wachstum, Arbeitslosigkeit und Verschuldung auszugleichen. Vor allem, wenn die führenden Wirtschaften der Eurozone Mühe hätten, ihre Staatsverschuldung im Einklang mit vereinbarten Budgetverpflichtungen zu senken, könnte es zu Spannungen zwischen einzelnen Ländern und Märkten kommen.

Vereinigte Staaten: Halten Trumps Versprechen?

In den Vereinigten Staaten hat die Wahl von Donald Trump gleichermaßen Hoffnungen wie Ängste hervorgerufen. Die Aussicht auf deutliche Steuersenkungen und eine Wiederbelebung von Infrastrukturinvestitionen hat einen Höhenflug an den Börsen ausgelöst. Jetzt muss man wohl feststellen, dass außer der Reform von Obamacare, die derzeit lediglich vom Repräsentantenhaus abgesegnet wurde, die anderen ‚Baustellen‘ – insbesondere die Steuerreform – noch nicht weit vorangekommen sind. Und das trotz einer Kongressmehrheit für die Republikaner.




Nachricht an die Redaktion

Hier können Sie uns einen Kommentar zu dem Artikel zukommen lassen.
Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

]

Bei unseren Lesern momentan beliebt