H-Aktien profitieren von Zuflüssen

Der lebhafte Handel über den Southbound Trading Link treibt den Hongkonger Aktienmarkt. Immer mehr chinesische Investoren drängen in den einst fast ausschließlich ausländischen institutionellen Investoren vorbehaltenen Markt. Mike Shiao, Chief Investment Officer, Asia ex Japan kommentiert.

Der lebhafte, nach Süden gerichtete Handel über den so genannten Southbound Trading Link ist ein wichtiger Performancetreiber des Hongkonger Aktienmarktes, der seit Jahresanfang kräftige Kursgewinne verbuchen konnte. Immer mehr chinesische Investoren drängen in den einst fast ausschließlich ausländischen institutionellen Investoren vorbehaltenen Markt.

Durch die Kombination des A-Aktienmarktes in Festlandchina mit dem Hongkonger H-Aktienmarkt entsteht ein erheblich breiteres und tieferes Anlageuniversum. Vor diesem Hintergrund könnten internationale Investoren gut beraten sein, ihre strategische Allokation in China-Aktien zu überdenken. Ihnen bieten sich jetzt noch mehr interessante Anlagechancen in Unternehmen, die von den strukturellen Wachstumstreibern der chinesischen Wirtschaft profitieren sollten.

Es gibt mehrere Gründe für das große Interesse der chinesischen Investoren an H-Aktien seit dem Start des Stock Connect-Programms, das die Börsen von Shanghai und Shenzhen mit der Hongkonger Börse verbindet.

Ein Grund ist der Zugang zu einzigartigen Anlagemöglichkeiten in diesem größeren Anlageuniversum, da branchenführende Unternehmen aus unterschiedlichen Sektoren über H-Aktien investierbar sind, aber kein Listing am A-Aktienmarkt in Shanghai oder Shenzhen haben. Beispiele sind der Mobilfunkriese China Mobile oder der chinesische Ölkonzern CNOOC. Betrachtet man ihre Top-Käufe über den Southbound Trading Link, suchen chinesische Investoren in Hongkong vor allem nach Unternehmen mit relativ attraktiven und stabilen Dividendenrenditen und Anlageerträgen.

Hinzu kommt, dass die H-Aktien mehrerer chinesischer Unternehmen mit dualem Listing mit einem Abschlag gegenüber den A-Aktien der gleichen Unternehmen gehandelt werden. Über die Börsenverbindung können Anleger aus China von diesem Bewertungsunterschied profitieren. Durch die höheren Anlageflüsse nach Hongkong hat sich dieser Bewertungsabschlag zwar reduziert. Die China-Experten von Invesco sind aber trotzdem der Ansicht, dass sich in diesem Zusammenhang immer noch jede Menge Anlagechancen bieten, vor allem jenseits der „Mega-Caps“, also der Aktien mit einer sehr hohen Marktkapitalisierung.

Gleichzeitig ist Stock Connect für Investoren aus Festlandchina der flexibelste und einfachste Kanal, um Offshore-Anlagemöglichkeiten zu erschließen und ihre Portfolios über inländische A-Aktien hinaus zu diversifizieren. Da weder A-Aktien noch H-Aktien alleine die gesamte chinesische Wirtschaft abbilden können, erhalten chinesische Investoren durch ein Engagement in H-Aktien die Möglichkeit, über unterschiedliche Segmente des chinesischen Aktienmarktes hinweg zu investieren und so das gesamte Anlageuniversum auszuschöpfen.

Die hohen Zuflüsse nach Hongkong dürften kein vorübergehendes Phänomen sein, sondern ein struktureller Trend, der noch länger andauern wird. Dabei sei wichtig, dass die Anlagegelder, die in diesen Markt fließen, nicht nur von Privatanlegern stammen, sondern zunehmend auch von institutionellen Investoren aus Festland-China, die nach einzigartigen, anderswo nicht verfügbaren Anlagemöglichkeiten suchen. Die aus Festlandchina nach Hongkong fließenden Anlagegelder sorgen für deutlich mehr Liquidität als viele erwartet hatten. Wir sind überzeugt, dass internationale Investoren, die in chinesische Aktien anlegen, von dieser zusätzlichen Liquidität und der schrittweisen Ausweitung der Anlegerbasis an der Hongkonger Börse ebenfalls profitieren können.




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