Investitionen in Schwarmstädte

Der deutsche Immobilienmarkt erscheint auf den ersten Blick unspektakulär, doch die Redner bei der diesjährigen Biis Residential Real Estate Konferenz gaben sich alle Mühe, diesen Eindruck zu ändern.

Jan Hebecker von Immobilienscout24 eröffnete mit seinem Vortrag die Konferenz. Ihm zufolge werden Mietwohnungen im ländlichen Osten Deutschlands am wenigsten nachgefragt. Am höchsten ist die Nachfrage weiterhin in den deutschen A- und B-Städten, vor allem in Metropolregionen wie Berlin, Stuttgart, München und Frankfurt am Main. Die Nachfrage nach Kaufangeboten ist generell viel geringer als bei Mietwohnungen und beschränkt sich vor allem auf Großstädte. Generell werden die Wohnflächen kleiner, da die Budgets sinken und die Lage einer Wohnung wichtiger wird, als der Platz, den sie zur Verfügung stellt. Darüber hinaus sinkt laut Hebecker auch die Fluktuation, denn die Menschen können wegen des angespannten Marktes nicht umziehen.

Nachfragetrends sind neue Formen des Zusammenlebens, digitale Wohnbereiche, digitale Vermietungs- und Verkaufsprozesse, die Nachfrage nach kleinen und günstigen Wohnungen, funktionale Wohnungen, der Trend zum Home Office, funktionale Möblierung, und natürlich Energieeffizienz. Wie solche Quartiere in Zukunft aussehen könnten, zeigte Wolfram Lehr von Tishman Speyer, der den Omniturm und den Taunusturm, beide in Frankfurt am Main, vorstellte. Beide Konzepte verbinden Wohn- und Büroflächen und nutzen den Platz in den durchschnittlich kleineren Wohnungen effizienter. Dadurch entscheidet Lehr zufolge nicht die Anzahl der Quadratmeter über den Kaufpreis, sondern die Effizienz der Raumnutzung.

Kohortenwachstumsrate: Früh-Indikator für Schwarmstädte

Dr. Rainer Braun von Empirica beschäftigte sich mit der Frage, wo noch fundamental unterbewertete Wohnimmobilien zu finden sind, obwohl die Renditen seit 2008 gesunken sind. So könne man in Ostdeutschland, im Saarland sowie in Teilen Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens und in Rheinland-Pfalz noch Immobilien finden, die durchschnittlich 4,5 bis sieben Prozent Rendite versprechen. Braun zufolge muss man sich dabei fragen, warum Menschen in eine Stadt ziehen: Ist sie ein attraktiver Wohnort, oder sind die Menschen alternativlos? Die Anwesenheit junger Menschen, ausreichend Arbeitsplätze und eine kreative Gestaltung der Wohnviertel würden eine attraktive „Schwarmstadt“ charakterisieren.




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