Jahresendrally ist unwahrscheinlich

Die Zinsstrukturkurve in den USA ist invers und sorgt für Unsicherheit an den Märkten, denn früher kündigte dies oft eine Rezession an. Die erhoffte Jahresendrally könnte somit in weite Ferne rücken.

Nun ist es so weit – die Zinsstrukturkurve in den USA ist invers. Das bedeutet, dass kürzere Laufzeiten mehr Rendite bringen als längere. Noch beschränkt sich dieses Phänomen nur auf den kurzfristigen Zinsbereich, aber die Befürchtungen der mit Argusaugen auf diese Entwicklung blickenden Marktteilnehmer sind nun eingetreten. In der Vergangenheit war dieser Umstand in den meisten Fällen ein Vorbote einer aufziehenden Rezession.

Immerhin weisen einige Analysten auch darauf hin,dass die Rahmenbedingungen dieses Mal in der Tat etwas anders sind als in früheren Wirtschaftsphasen. So ist die Inflation auf weit gedrückterem Niveau und die Geldversorgung der internationalen Finanzmärkte durch die Zentralbanken befindet sich immer noch auf sehr hohem Niveau. Auch wenn der Geldhahn hie und da leicht zugedreht werden könnte. Ob eine Rezession kommt oder nicht,liegt nicht zuletzt im Handlungsrahmen des US-Präsidenten begründet. Die kontraproduktive Zollstrategie verunsichert viele Marktteilnehmer und wird mit Sicherheit, wenn sie umgesetzt wird, Wachstumspunkte weltweit kosten.

 Deutscher Maschinenbau überrascht mit Zuwächsen

Derweil sorgt der deutsche Maschinenbau für eine handfeste Überraschung und verkündet zwölf Prozent mehr Bestellungen für den Monat Oktober. Auch wenn diese Branche als spätzyklische Branche bekannt ist, beruhigt doch der gleichmäßige Zuwachs im In- wie im Ausland (elf Prozent und zwölf Prozent Zuwachs). Eine Abkühlung wird jedoch für das nächste Jahr in der Halbleiterindustrie erwartet, die gemäß den Prognosen des Zvei-Verbandes weltweit nur noch mit 2,6 Prozent wachsen wird. Die US-Fed reagiert schon ein wenig auf diese Aussichten und beginnt anzudeuten, dass vielleicht doch nicht so viele Zinserhöhungen im nächsten Jahr anstehen.

Die Aktienmärkte bleiben jedoch nervös, wie die gestiegenen Schwankungsbreiten auch diese Woche wieder gezeigt haben. Immerhin beruhigt die Politik etwas. So hat die EU-Finanzminister-Runde einige Reformen auf den Weg gebracht, die die Stabilität der Eurozone verbessern helfen. Die französische Regierung verschiebt die Einführung ihrer umstrittenen Öko-Steuer. So will sie den teils gewalttätigen Protesten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Inwieweit es mittelfristig sinnvoll ist, diesen unstrukturierten Protesten der Straße nachzugeben, wird die Zeit zeigen. Denn diese Demonstranten werden schnell ein anderes Thema finden, um ihrem Unmut über die gesellschaftliche Ungleichheit Ausdruck zu verleihen. Kurzfristig jedoch wird die Lage beruhigt und die Märkte können sich wieder dem Handelsstreitthema widmen. Die Entscheidung darüber wird wohl erst im nächsten Jahr fallen, doch das senkt die Unsicherheit an den Märkten leider nicht. Die sehnlich erhoffte Jahresendrally rückt somit in weite Ferne.




Nachricht an die Redaktion

Hier können Sie uns einen Kommentar zu dem Artikel zukommen lassen.
Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

]

Bei unseren Lesern momentan beliebt