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Kunst wird liquide

Das Geschäftsmodell, Kunst als Pfand zu nutzen, war nie zuvor besser und größer. Ohne Tücken ist das Modell jedoch nicht.

Kunst zu kaufen, bedeutet schon immer Leidenschaft, Kennertum und gutes Urteilsvermögen. Vermehrt wird Kunst als Investment in volatilen Zeiten angesehen. Und tatsächlich sind die Preise während der letzten zehn Jahre signifikant gestiegen, besonders im hochpreisigen Segment, sodass viele Sammler Werke in ihrem Portfolio haben, deren Wert über dem Einkaufspreis liegt. Sammler können ihre Kunst verpfänden, um so das in den Werken gebundene Kapital zu nutzen, ohne Teile ihrer Sammlung verkaufen zu müssen.

Mit der steigenden Nachfrage nach kunstgesicherten Finanzierungen ist auch die Zahl von Privatbanken und kleinen spezialisierten Kreditgebern gestiegen, die diesen Service anbieten. Normalerweise sind Eigentum, Authentizität, Zuordnung und der Standort kein Problem für Institute, die wertgesicherte Kredite vergeben, außer, das Pfand ist Kunst. In diesem Fall ist es auch besonders schwierig, die Sicherheit zu bewerten. Viele Faktoren beeinflussen den monetären Wert von Kunst, dazu zählen das Motiv, wie kommerziell das Werk ist, sein Zustand und seine Herkunft sowie aktuelle Trends am Kunstmarkt.

Banken müssen den Wert eines Vermögenswertes sorgfältig prüfen. Das Gleiche trifft auf den Kreditgeber zu, der Kunst als Pfand akzeptiert, doch muss er nicht nur den schwankenden Marktwert kalkulieren, er muss auch sichergehen, dass das Kunstwerk selbst authentisch ist, legal erworben wurde und noch nie gestohlen oder illegal exportiert wurde. Besonders wichtig ist es, die Geschichte der bisherigen Eigentümer so genau wie möglich nachzuvollziehen und festzustellen, ob das Werk auch echt und von relevanten Experten anerkannt ist. Diese Recherche setzt viel Erfahrung und Wissen über den Kunstmarkt voraus.

Doch auch Sorgfalt schützt nicht davor, dass Kunst, die als authentisch gilt, durch spätere Recherche diesen Status verliert oder in einen Entschädigungsfall verwickelt wird, zum Beispiel, wenn die Herkunft aufgrund eines Krieges nicht vollständig bekannt ist.






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