Kurskorrektur an der Börse

Das vergangene Jahr bescherte einigen Unternehmenswerten erst Gewinne in Rekordhöhe, dann ging es auf Talfahrt. Auch 2019 wird kein leichtes Jahr für Investitionen – doch es gibt Grund zur Hoffnung.

2018 korrigierten die Börsen, nachdem die Kurse zuvor jahrelang gestiegen waren. Dabei hatte das Jahr 2018 zunächst gut begonnen, nachdem der amerikanische Kongress im Dezember 2017 eine Steuerreform beschlossen hatte, die die Unternehmenssteuersätze erheblich senkte. Dann aber machten sich ab Ende Januar 2018 Zinserhöhungssorgen breit und die Rendite zehnjähriger amerikanischer Staatsanleihen liebäugelte mit der drei-Prozent-Schwelle.

In Windeseile übertrugen sich die Zinsängste auf andere Märkte und sorgten auch dort für gedämpfte Stimmung. Erst im Spätsommer erklomm dann das wichtigste US-Börsenbarometer, der S&P 500 Index, angesichts guter Halbjahresergebnisse vieler Unternehmen neue Höchstkurse. Besonders die Faang-Unternehmen, das Quintett aus Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google, trieben die Aktien an.

Aktienmärkte in Deutschland und China schließen deutlich im Minus

Da den europäischen und asiatischen Börsen solche Titel fehlten, konnten sie nicht mit dem amerikanischen Markt mithalten. Dazu kam das ständige erratische Störfeuer aus dem Weißen Haus, das schließlich zu weitreichenden Handelsstreitigkeiten führte, mit neuen Zöllen und Abgaben. Angesichts der Exportorientierung vieler dort notierter Aktien verwundert es nicht, dass der chinesische und der deutsche Aktienmark mit starkem Gegenwind kämpfen mussten. Mit einem Jahresminus von circa 25 Prozent führt China die Liste der großen Volkswirtschaften an. Dem Kurs-Dax erging es mit einem Minus von circa 23 Prozent nicht wesentlich besser.

Während amerikanische Dividendentitel den größten Teil des Jahres im Plus verweilten, brachten die Quartalsberichtszahlen im Oktober und November zunehmend schlechte Nachrichten. Auch einige der sehr beliebten Faang-Aktien enttäuschten mit ihren Wachstumsaussichten. Überhaupt mehrten sich ab dem dritten Quartal die Gewinnwarnungen. Ungefähr zwei Drittel aller Dax-Aktien mussten verhaltene Gewinnverläufe ankündigen. Begleitet wurden die Unternehmensmeldungen durch fortwährende Hiobsbotschaften aus der Politik. Zunächst hatte eine Rechts-Links-Koalition in Italien die Regierungsgeschäfte übernommen. Fortan wurde jede Haushaltsdisziplin, sofern zuvor eine gegeben hatte, spornstreichs zugunsten höherer Staatsausgaben aufgegeben.

Währungsmärkte im Rückblick

An den Kapitalmärkten blieb der Husarenstreich nicht unbeobachtet und schickte italienische Anleihen ebenso wie die Gemeinschaftswährung Euro auf Talfahrt. Ebenfalls abwärts ging es mit dem britischen Pfund, nachdem inzwischen allen klar geworden ist, dass der Brexit überwiegend Verluste und nur wenige Vorteile bringen wird. Musste man zu Beginn des neuen Jahrtausends noch circa 1,60 Euro pro Pfund bezahlen, so sind es heute nur noch etwa 1,10 Euro. Aber auch in unserem Nachbarland Frankreich mehren sich die Anzeichen, dass Präsident Macron immer mehr unter Druck gerät.

Seite zwei – Zinsanlagen in Deutschland ermöglichten keinen realen Vermögenszuwachs



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