Mit passiver Strategie zum Dividendenprofit

Investoren suchen stets nach lukrativen Dividenden. Trotz vorhandener Risiken sind Strategien mit Fokus auf Dividendenauszahlungen immer noch beliebt. Viele Ansätze bemühen sich um hohe Erträge bei wenig Risiko und geringen Kosten. Ein Beitrag von Dr. Jan-Carl Plagge, Head Research bei Stoxx.

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen dient oft als Vergleichswert für festverzinsliche Anlagen. Derzeit liegt sie bei 0,3 Prozent und ist damit für viele institutioneller Investoren nicht mehr attraktiv. Besonders Manager von Pensionsfonds stehen unter finanziellem Druck, da die Generation der Babyboomer sukzessiv das Renteneintrittsalter erreicht. Um Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können, werden ehemals lukrative Anleihen zunehmend durch ertragreichere und gleichzeitig volatilere Aktien ersetzt. Das ist nicht verwunderlich angesichts der aktuellen Dividendenrendite aller Dax-Unternehmen von durchschnittlich drei Prozent. Einzeltitel wie die Münchener Rück oder die Allianz versuchen sogar, mit Ausschüttungsraten von über vier Prozent Kunden zu gewinnen.

Welche Faktoren gilt es zu beachten?

Bei der Umsetzung einer Dividendenstrategie müssen jedoch mehrere Faktoren beachtet werden. Einer davon ist Diversifizierung: Bei der Konzentration auf bestimmte Einzeltitel kann zwar die Dividendenhöhe wachsen, gleichzeitig steigt aber auch das Risiko für Kursverluste. Wenn es um kontinuierliche Einnahmen geht, sind zudem die Auszahlungszeiträume entscheidend. In Märkten wie Deutschland beschränken die meisten Unternehmen Ausschüttungen häufig auf ein Quartal. Das macht gleichmäßig über das Jahr verteilte Erträge unmöglich. Genauso wenig eignen sich dafür Märkte, in denen Unternehmen ihre Gesamtjahresdividende auf alle Quartale aufteilen. Ist die erlaubte vierteljährliche Umschichtung im Portfolio hoch genug, lassen sich Indexkonzepte konstruieren, die in jene Märkte (re)allozieren, in denen hohe Dividendenrenditen erwartet werden. Die Indizes können dann überregional in Unternehmen investieren, die ihre Jahresausschüttung in einem bestimmten Quartal vornehmen. Auf diese Weise lassen sich auf Portfolioebene Dividendenrenditen von aktuell bis zu 11,5 Prozent jährlich erzielen, wie beim Stoxx-Global-Maximum- Dividend-40-Index. Auch der Stoxx Global 1800 ermöglicht kontinuierliche Dividenden.

Der Stoxx-Global-Maximum-Dividend-40-Index beinhaltet ausschließlich die Titel mit der höchsten erwarteten Dividendenrendite. Diese Auswahl basiert auf der Ausschüttungsprognose für die kommenden drei Monate und dem Schlusskurs der Wertpapiere zum Zeitpunkt der Aufnahme. Eine Überprüfung der Titel findet einmal im Quartal statt. Um in den Index aufgenommen zu werden, müssen die Wertpapiere im Schnitt ein tägliches Handelsvolumen von mindestens vier Millionen Euro über die vergangenen drei Monate aufweisen und die höchsten liquiditätsbereinigten Dividendenrenditen im breiten Marktindex haben. Je höher Dividendenrendite und Liquidität ausfallen, desto höher wird ein Titel gewichtet. Um dennoch eine breite Diversifikation zu gewährleisten, werden einzelne Unternehmen bei zehn Prozent gedeckelt. Derartige Konzepte haben in den vergangenen Jahren positive Gesamterträge generiert, die mitunter sogar höher waren als die traditioneller Benchmarkindizes. Investoren sollten sich allerdings der Herkunft dieser Renditen bewusst sein. So hat der zugehörige Kursindex, also die Indexvariante ohne Dividenden, über die letzten Jahre sogar an Wert eingebüßt.




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