Rendite mit Recycling

Immer mehr Konsumenten verschmähen hochverarbeitete Lebensmittel. In Deutschland gehören Bio-Produkte inzwischen zum Standardsortiment eines Supermarktes. Unternehmen, die das nutzen, schaffen einen Mehrwert, nicht nur für Anleger.

Treibhausgase, Müllberge, Wasserverschmutzung und industriell verarbeite Lebensmittel, wie Süßigkeiten, Fertigprodukte oder Fast Food, belasten die Natur und unsere Gesundheit. In Industrieländern werden diese Lebensmittel unter anderem mit einem höheren Diabetesrisiko und Fettleibigkeit in Verbindung gebracht. Der Druck auf die Gesundheitssysteme nimmt zu. Länder wie Mexiko, Frankreich oder seit Sommer 2018 auch Großbritannien wollen Verbraucher daher zu einer gesünderen Lebensweise motivieren, indem sie auf besonders zucker- oder fetthaltige Speisen Steuern erheben.

Bio-Produkte statt stark verarbeiteter Nahrungsmittel

Gleichzeitig wenden sich kritische Konsumenten von hochverarbeiteten Lebensmitteln ab. In Deutschland gehören Bio-Produkte inzwischen zum Standardsortiment eines Supermarktes. So wurden hier bis Ende 2017 über zehn Milliarden Euro damit umgesetzt. Auch in den USA steigt die Nachfrage weiter an: Laut der Organic Trade Association gaben die Amerikaner 2017 fast 50 Milliarden US-Dollar für Bio-Lebensmittel aus, ein Plus von 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Davon profitieren Unternehmen wie die US-Biolebensmittelkette Sprouts Farmers Market. Ein Großteil des Sortiments besteht aus unverarbeitetem, gentechnikfreiem Obst und Gemüse sowie Fleisch von freilaufenden Tieren. Zudem verfolgt Sprouts einen Null-Abfall-Ansatz: Das heißt, dass genießbare, aber nicht mehr zu verkaufende Produkte an lokale Hilfsorganisationen gespendet oder Bauern als Viehfutter angeboten werden. Mit vergleichsweise niedrigen Preisen bleibt Sprouts auch im hart umkämpften US-Biomarkt auf Wachstumskurs: Der Nettoumsatz für das dritte Quartal 2018 betrug 1,3 Milliarden US-Dollar und lag damit etwa zehn Prozent über dem des Vorjahres.

Landwirtschaft muss effizienter und nachhaltiger werden

Auch andere Unternehmen passen ihr Sortiment an. Der US-Dosensuppenproduzent Campbell hat 2016 als erster großer Lebensmittelkonzern die Kennzeichnung gentechnisch veränderter Organismen eingeführt. Zudem wurde die Etikettierung transparenter sowie künstliche Inhaltsstoffe und Lebensmittelfarben aus den Produkten entfernt. Zu einer nachhaltigen Lebensmittelindustrie gehört mehr als übersichtliche Inhaltsangaben. Zum Beispiel, endliche Ressourcen wie Ackerland effizient zu nutzen. In den letzten Jahrzehnten haben verbesserte Anbaumethoden dazu beigetragen, die kulturfähige Fläche zu erweitern.




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