Sanitärinvestitionen kommen allen zugute

Impact Investments gehören zu den derzeitigen Anlagetrends. Ihr Vorteil ist ihr doppelter Nutzen: Sie bringen Rendite und beeinflussen unsere Gesellschaft positiv. Investitionen in Sanitäranlagen verbessern die Lebensbedingungen vieler Menschen, auch wenn sie wenig glamourös sind.

Weltweit haben 2,4 Milliarden Menschen keinen Zugang zur sanitären Grundversorgung wie etwa Toiletten. Die Vereinten Nationen haben sich dieses gravierenden Problems angenommen und „Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen“ als sechstes Ziel in ihre 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) aufgenommen. Einem Report über die „tatsächlichen Sanitärkosten“ der Lixl Group Corporation zufolge kosteten unzureichende Sanitäreinrichtungen die Welt alleine im Jahr 2015 rund 223 Milliarden US-Dollar. Das sind im Durchschnitt 0,9 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts der Länder, die von mangelnden Sanitäranlagen betroffen sind. Vor fünf Jahren lag diese Zahl noch bei 0,7 Prozent. Indien war 2015 mit einer Belastung von 107 Milliarden US-Dollar oder rund fünf Prozent seines Bruttoinlandsprodukts am stärksten betroffen. Unzureichende sanitäre Einrichtungen bedeuten Gesundheitsprobleme und hohe wirtschaftliche Verluste. Aktienanleger können in diesem Bereich eine positive Wirkung (Impact) und gleichzeitig gute Renditen erzielen.

Viele Möglichkeiten für Sanitärinvestitionen

Für Investoren sind Unternehmen aus dem Privatsektor interessant, die innovative und wirtschaftlich solide Geschäftsmodelle besitzen, um eine bessere sanitäre Grundversorgung zu fördern und in Ländern wie Indien gesundheitsbezogene Produkte zugänglich zu machen. Hier gibt es viele Projekte und Anlagemöglichkeiten.

Dazu zählt beispielsweise das Unternehmen Hindustan Unilever (Hul), das Projekte in den Bereichen Wasserrecycling und Hygiene unterstützt. Im Jahr 2015 trat Hul beispielsweise der staatlichen Initiative „Sauberes Indien“ bei. 2016 eröffnete Hul das Suvidha-Zentrum, das erste von hoffentlich vielen Gemeinde-Hygiene-Zentren in Indien. Das Zentrum stellt der Gemeinde Toiletten, Waschbecken, Duschen, Waschmaschinen und Trinkwasser zur Verfügung. Diese Initiative hilft Hul, schneller zu wachsen, seine Reputation zu stärken und Menschen in Regionen zu erreichen, die bisher für das Unternehmen nicht erreichbar waren.

Potenzial in Indien

Das indische Unternehmen Godrej Consumer ist ein weiteres Beispiel: Die Firma verdankt ihren Erfolg der Produktion hochwertiger grüner Produkte für Endverbraucher, darunter der marktführende papierbasierte Mückenschutz „Good Knight Fast Card“. Die japanische Lixil Group mit ihrer „Safe Toilet“ ist ebenfalls erwähnenswert. Lixil entwickelte sie als günstige Lösung, um die Hygienebedürfnisse von Menschen in wasserarmen Regionen, vor allem in Schwellenländern, zu erfüllen. Ihre Bauweise wurde an die lokale Sanitärinfrastruktur und die lokalen Wasserressourcen angepasst. Sie benötigt demnach nur einen halben Liter Wasser für den Spülvorgang. Ein typisches WC in Japan dagegen verbraucht rund vier Liter Wasser pro Spülung.

Das Marktpotenzial ist enorm: Lixil plant, eine Million Toiletten in Indien zu verkaufen. Das klingt nicht ehrgeizig, wenn man bedenkt, dass dort schätzungsweise 600 Millionen Menschen keinen Zugang zu Toiletten haben. Das Unternehmen hat seine Toiletten bereits in zehn Ländern eingeführt und plant bis 2021 die Entwicklung von über 100 verwandten Produkten, wie etwa Waschbecken.

Bei der sanitären Grundversorgung geht es darum, die Gesundheit auf lokaler Ebene zu fördern, indem man ein sauberes Umfeld bereitstellt. So können sich auch Krankheiten nicht weiter verbreiten. Gute sanitäre Einrichtungen werden zweifellos eine positive Auswirkung auf die Wirtschaftsleistung der Schwellenländer haben. Eine Anlage in Projekte und Unternehmen, die dies fördern, bietet Investoren eine gute Möglichkeit, positive gesellschaftliche Veränderungen weltweit zu unterstützen und attraktive Renditen zu erzielen.




Nachricht an die Redaktion

Hier können Sie uns einen Kommentar zu dem Artikel zukommen lassen.
Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

]

Bei unseren Lesern momentan beliebt