Silber ist die bessere Investition

Gold gilt vielen Investoren als sicherer Hafen. Doch Silber hat wegen seiner zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten ebenfalls viel zu bieten, schreibt Peter Härtling von der Deutschen Gesellschaft für Ruhestandsplanung in seinem Gastbeitrag.

Gold hat sich in den vergangenen Monaten wieder einmal zu einem Investmentthema gemausert. Dazu mögen auch die politischen Unsicherheiten rund um den Trumpschen Handelskonflikt und den Brexit beitragen. Für Anleger bringen solche Angst-Kurssprünge immer nur einen kurzen Goldrausch. Wer langfristig Geld verdienen will, sollte dagegen besser auf Silber setzen.

Mehr Anwendungen als Gold

Der Berg an Gold wächst, der aus der Erde geholt, in Tresore gepackt oder um den Hals getragen wird. Gold wird nicht verbraucht, sondern gelagert. Silber dagegen wird in der Industrie genutzt – und das in immer größerem Umfang. Mehr als 43.000 unterschiedliche Produkte oder Verfahren brauchen Silber wegen seiner Eigenschaften. Die Einsatzgebiete reichen von der Solar- und Autoindustrie bis zu Medizin- und Haushaltsgeräten. Dabei wird es zum Teil unwiederbringlich verbraucht. 2017 kamen rund 60 Prozent des gesamten Silberbedarfs aus der Industrie.

Wo die Menschen bei Gold also stillschweigend übereinstimmen, dass sie das Metall wegen seiner Schönheit oder seiner Seltenheit schätzen, brauchen und nutzen sie Silber tatsächlich. Nicht ohne Grund werden manche Kurssprünge oder -abstürze beim Gold mit steigender oder fehlender Nachfrage aus Indien oder der Türkei erklärt. Dort spielt Gold traditionell eine große Rolle als Schmuck. Gerade zur Hochzeitssaison in Indien steigt dann eben die Goldnachfrage – oder sinkt langfristig, wenn immer mehr Menschen alte Traditionen in sich entwickelnden Gesellschaften über Bord werfen.

Allerdings dient auch Silber als Schmuck und zur Wertaufbewahrung – und das schon seit Tausenden von Jahren. Anders als Gold wurde es allerdings in den industriellen Kreislauf eingebunden und anders als beim Gold schrumpft deshalb zumindest tendenziell der Berg an Silber. Die förderfähigen Silber-Vorkommen wurden 2018 auf rund 530.000 Tonnen geschätzt. 2017 förderten Unternehmen rund 25.000 Tonnen Silber. Es ist leicht auszurechnen, wann die Vorkommen erschöpft sind, auch wenn natürlich bei steigenden Preisen der Abbau bislang unrentabler Minen sowie die Entdeckung neuer Vorkommen möglich ist.

Silber attraktiv für private und institutionelle Anleger

Dass der Silberberg trotz der hohen Fördermenge nicht wächst, liegt am Verbrauch. Die Nachfrage ist höher als das Angebot. Allein 2016 wurde die Nachfragemenge auf mehr als 30.000 Tonnen geschätzt. Mehr Nachfrage als Angebot und sinkende Reserven bedeuten aber mit ziemlicher Sicherheit steigende Preise. Zudem ist der Silberpreis im Verhältnis zum Goldpreis auf einem historisch niedrigen Stand. In den kommenden Jahren schließt sich hier womöglich die Lücke, der Preis dürfte vermutlich deutlich steigen. Viele institutionelle Anleger investieren schon in Silber, JP Morgan etwa hat in den vergangenen Jahren den größten Silberschatz aller Zeiten angehäuft.

Für private Anleger ist der Kauf in den vergangenen Jahren ebenfalls attraktiver geworden. Dabei müssen sie allerdings einige Dinge beachten: So wird in Deutschland beim Kauf von Silberbarren Mehrwertsteuer fällig. Dazu kommen teils hohe Preisaufschläge der Händler sowie enorme Preisabschläge beim Verkauf. Deshalb sollte man darüber nachdenken, Silber in einem Schweizer Zollfreilager zu erwerben und zu lagern. Das spart die Mehrwertsteuer und damit 19 Prozent. Ein weiterer großer Vorteil: Erzielte Kursgewinne bei physischen Edelmetallen wie Gold und Silber sind anders als bei jeder anderen Anlageform bereits nach einem Jahr steuerfrei.




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