Spannungen überlagern solide Wirtschaftsdaten

Aviva Investors, die global tätige Asset-Management-Gesellschaft des britischen Versicherers Aviva plc, ist laut ihrem aktuellen „House View“-Ausblick für das vierte Quartal 2018 überzeugt, dass sich das Umfeld für Risikoanlagen angesichts der Handelsspannungen und der asynchronen globalen Konjunkturentwicklung verschlechtert hat.

Die Weltwirtschaft ist auf dem Weg zu einem weiteren Jahr mit solidem Wachstum von knapp unter vier Prozent, ähnlich wie 2017. Dennoch ist das Bild in den einzelnen Ländern und Regionen etwas ungleichmäßiger als das umfassende Wachstum im vergangenen Jahr.

Das über dem Trend liegende Wachstumstempo hat zu einer angespannten Arbeitsmarktsituation geführt, wodurch auch außerhalb der USA die Löhne allmählich zulegen. Ein stärkeres Lohnwachstum und anhaltend wachsende Jobzahlen werden den Konsum in den großen Volkswirtschaften stützen. Bei einer robusten Unternehmensrentabilität und positiven Nachfrageerwartungen dürften sich die Unternehmensinvestitionen im kommenden Jahr weiter verbessern.

In einer Zeit, in der fast alle Zentralbanken ihre Geldpolitik straffen, bleibt eine Eskalation des bilateralen Handelsstreits zwischen den USA und China die größte Bedrohung für die Zukunft. Die Sanktionsmaßnahmen waren bisher nicht groß genug, um den Welthandel zu beeinträchtigen. Was allerdings zu moderat höheren Inflationserwartungen und einer wesentlich niedrigeren Wachstumsprognose führen könnte, wäre: Eine Ausweitung der US-Zölle, weitere Vergeltungsmaßnahmen durch China sowie zusätzliche Handelsstreitigkeiten anderer Länder.

Stewart Robertson, Senior Economist bei Aviva Investors, sagt:

„Wir bleiben konstruktiv, was den fundamentalen Ausblick angeht. Aufgrund der wachsenden Handelsspannungen bleibt jedoch ein Abwärtsrisiko in den kommenden Monaten bestehen, weshalb wir für Risikoanlagen kurzfristig vorsichtiger sind. Mit Blick auf Aktien ist unsere Position daher nahezu neutral. Wir bevorzugen die USA, Europa und Japan leicht gegenüber Großbritannien und den Schwellenländern. Sollten Handelsspannungen in den nächsten Monaten abgebaut werden, dürften wir uns auf eine stärkere Übergewichtung bei Aktien zubewegen.“

Aktuelle Einschätzung der Asset-Allokation von Aviva Investors:

•    Leichte Reduzierung des Aktienrisikos in diesem Quartal und geringfügiges Aufstocken unseres USD-Long-Exposures gegenüber diversen Währungen.

•    Bei Staatsanleihen bleiben wir untergewichtet und bevorzugen Risiken gegenüber Short-Duration-Positionen statt Aktienpositionen.

•    Unsere seit langem vorsichtige Haltung gegenüber australischen Vermögenswerten hat sich gut entwickelt. Die meisten Anpassungen aufgrund der schwächeren Währung und Anleiherenditen wurden umgesetzt.

•    Unternehmensanleihen bleiben aufgrund vergleichsweise teurer Bewertungen insgesamt untergewichtet.

•    Bei High Yields haben wir unsere Präferenz aus den USA nach Europa verlagert. Den USA gegenüber sind wir vorsichtiger geworden, da die Bewertungen noch nicht gesunken sind. Die Spreads der Eurozone haben sich aufgrund der Lage in Italien und des Ausstiegs der Europäischen Zentralbank aus der quantitativen Lockerung deutlich geweitet.

•    Wir reduzieren die leicht übergewichtete Position bei Schwellenländer-Anleihen in Lokalwährung zu neutral, bedingt durch den Druck auf die Zentralbanken der Schwellenländer, die ihre Zinsen zum Schutz der Währungen erhöht hatten.

•    Gegenüber Schwellenländern sind wir in allen Anlageklassen neutral eingestellt. Wir erwarten, dass die schwierigeren Bedingungen für die US-Liquidität anhaltend Gegenwind erzeugen werden.




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