Starke Volatilität machen Kryptowährung riskant

Georg Kaaserer, Finanzanalyst bei Merck Finck Privatbankiers, rät von Investments in die Kryptowährung Bitcoin derzeit ab, aber empfiehlt zu gleich, dass ein Blick doch lohnt.

Vor dem Hintergrund deutlicher Kurssteigerungen rät die Münchner Privatbank Merck Finck Anlegern von Investments in die Kryptowährung Bitcoin derzeit ab. Die virtuelle Währung ist für fast jeden Investor einfach zu riskant. Für Bitcoins gibt es – anders als bei konventionellen Währungen – keinerlei Garantien von Regierungen und Zentralbanken. Zwar sei das Potenzial der zugrundeliegenden Technologie beträchtlich, zugleich bleibt die Kursentwicklung von Bitcoins aber äußerst volatil. So ist der Kurs beispielsweise im Mai 2017 innerhalb eines Tages zunächst um zwölf Prozent gestiegen und dann um fast 30 Prozent gefallen.

Allein seit Anfang 2016 ist der Bitcoin-Kurs von knapp 450 US-Dollar auf knapp unter 3.000 US-Dollar im Juni 2017 gestiegen. Aktuell liegt der Kurs bei über 2.000 US-Dollar. Die Geschichte von Bitcoin ist durch regelmäßig wiederkehrende starke Schwankungen geprägt. So wurden 15 US-Dollar pro Bitcoin zum Jahresende 2012 gezahlt, im April 2013 waren es schon 266 US-Dollar. Danach fiel der Kurs binnen einer Woche um über 80 Prozent, um kurze Zeit später in nur einem Monat von etwa 200 auf bis über 1.100 US-Dollar zu steigen. Wegen dieser sehr schwankungsanfälligen Kursentwicklung warnte die Deutsche Bundesbank im Mai dieses Jahres mit Blick auf den jüngsten Bitcoin-Höhenflug Anleger vor Geldanlagen in die Kryptowährung. Der Bitcoin „ist kein geeignetes Medium, um Werte aufzubewahren“, so Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele. Er sei vielmehr „ein Spekulationsobjekt“, dessen Wert sich rapide verändere. Nicht reguliert und durch niemanden garantiert, gehört der gesamte Bitcoin-Vorrat einer Gemeinde von meist anonymen Nutzern und trägt genau den Wert, den der Markt durch Angebot und Nachfrage ermittelt: knapp unter 3.000 US-Dollar pro Münze Mitte Juni 2017 oder 0,005 US-Dollar im Jahr seiner Entstehung 2009.

Abgesehen von der extrem hohen Volatilität gibt es eine Reihe weiterer Risiken, die bis zu einem vollständigen Verlust eines Bitcoin-Investments führen können. Dazu zählen die potenziell unsichere digitale Brieftasche („wallet“), der Verlust des Passwortes zu dieser Geldbörse, ein Verbot der Bitcoin-Nutzung im eigenen Land und die Übernahme der Marktführerschaft durch eine der vielen anderen Kryptowährungen. Immer wieder mal droht eine Spaltung des Bitcoin-Systems in mehrere Währungen, denn die Weiterentwicklung funktioniert auf demokratischer Basis.




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