Stürmische Zeiten voraus – Sicherer Hafen?

Auf den Märkten ist derzeit eine sich auf breiter Front vollziehende Hysterie zu beobachten, die noch weit ins Jahr 2019 hineinreichen könnte. Dieser Ansicht ist Joe Foster, Portfoliomanager und Stratege für die Gold-Fonds von VanEck. Worauf es nun ankommt.

Wir haben uns die historische Entwicklung der Aktienmärkte und Goldanlagen in verschiedenen Marktphasen seit 1995 angeschaut und zwischen Hausse beziehungsweise Blase, Crash und Erholung unterschieden. Die Hysterie ähnelt verdächtig historischen Blasen, die sich über Jahre hinziehen können und meist in einem Crash münden. In guter Erinnerung sind die bekannten Worte des früheren Fed-Chefs Alan Greenspan, der ganze drei Jahre vor dem Platzen der Internetblase im Jahr 2000 vor ‚irrationaler Übertreibung‘ gewarnt hat.

Während Goldanlagen gegenüber einem unaufhörlich nach oben tendierenden Aktienmarkt erfahrungsgemäß schlecht abschneiden würden, scheine die Entwicklung von Gold und Goldwerten in der gegenwärtigen Hausse anderen Regeln zu folgen. Dem deutlichen Rückgang bei Gold und beim Philadelphia Gold and Silver Index von 41,4 Prozent beziehungsweise 76,1 Prozent während der zyklischen Baisse des Goldmarktes zwischen 2011 und 2015 stand ein Plus von 98,4 Prozent beim S&P 500 gegenüber. Mit Übergang der Märkte in die Phase der Hysterie lässt der massive Verkaufsdruck bei Gold und Goldaktien nach. So war 2016 und 2017 eine Stabilisierung mit ansehnlichen Gewinnen zu beobachten. Dies ist auf Einflüsse des US-Dollar, die Realzinsen und geopolitische Risiken auf den Goldpreis zurück zuführen.

Gold und Goldaktien reagierten unterschiedlich auf zurückliegende Crashs

Im Falle eines Crashs liegt Gold klar auf der Gewinnerseite, fungiert das Edelmetall in Zeiten finanzieller Turbulenzen doch als sicherer Hafen. Bei der Wertentwicklung von Goldaktien zeichnet sich hingegen ein gemischtes Bild. Beim Platzen der Technologieblase konnten sich viele Goldaktien sehr gut behaupten, während sie beim Immobiliencrash herbe Verluste hinnehmen mussten. Den Grund für das schlechte Abschneiden liegt in den damaligen Fundamentaldaten der Branche. Schrumpfende Margen, enttäuschte Markterwartungen im Unternehmenssektor und Fehlentscheidungen auf Managementebene haben an der Wertentwicklung gezehrt. Deutliche Abschläge gegenüber dem Goldpreis haben somit 2008 und 2011 zu Ratingherabstufungen bei Goldtiteln geführt. Nach unserem Dafürhalten ähneln die Fundamentaldaten des Goldmarktes derzeit eher denen zu Zeiten des Tech-Crashs. Die Unternehmen arbeiten wieder effizienter und sind gut geführt, sodass sie sich in einer guten Lage befinden, um in vollem Umfang von einem Anstieg des Goldpreises zu profitieren.

In Phasen einer Rallye haben sich in der Vergangenheit sowohl Gold als auch Goldaktien überdurchschnittlich gut entwickelt. Der Hebeleffekt eines steigenden Goldpreises sei bei vielen Goldaktien in einer Erholungsphase besonders ausgeprägt. Gutes Management und Kostenkontrolle schaffen die Voraussetzungen für Gewinne und optimalen Ressourceneinsatz. Eine Rolle spielt auch das begrenzte Angebot, denn mit einer Marktkapitalisierung von 260 Milliarden US-Dollar ist der weltweite Goldsektor vergleichsweise klein. Auf ihrer Suche nach einem sicheren Hafen droht Anlegern somit die Gefahr, dass die Liquidität am Markt nicht ausreichend sein könnte.

Situation vergleichbar mit letztem Jahr der Dotcom-Blase

Die anhaltende Hausse bei Aktien, Anleihen und am Kreditmarkt hat dazu geführt, dass die durchschnittliche Bewertung das höchste Niveau seit dem Jahr 1900 erreicht hat. Wachstumstitel haben nach Erkenntnissen des Wall Street Journal im Januar die ausgeprägteste Outperformance in einer so kurzen Zeit erlebt. Ein solches Bild bot sich sonst nur im letzten Jahr der Dotcom-Blase.




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