Unternehmen schönen CO2-Emissionen

Bei der Klimakonferenz in Kattowitz sprachen viele Staaten über den Klimaschutz, die sich sonst wenig darum zu scheren scheinen. Auch Unternehmen tendieren dazu, ihre Bilanzen zu schönen. Wo Nachhaltigkeit drauf steht, ist also nicht immer Nachhaltigkeit drin.

Die alljährliche UN-Klimakonferenz findet dieses Mal in Polen statt. Vom zweiten bis 14. Dezember treffen sich fast 200 Staaten in Kattowitz, um die Welt grüner zu machen. Die Erfolgschancen des mittlerweile 24. Gipfeltreffens sind jedoch gering. Enttäuschte Deutschland bereits im Vorfeld die Erwartungen? Gilt Gastgeber Polen nicht gerade als Vorreiter in Sachen Klimaschutz? Laut Weltgesundheitsorganisation WHO liegen 33 der 50 bedenklichsten europäischen Smog-Städte in dem Ostsee-Staat.

Genauer hinschauen muss auch  die Investmentbranche, wo das einst so zarte Pflänzchen der Nachhaltigkeitsfonds zu einem kaum mehr durchdringbaren Urwald mutiert ist. Doch es ist nicht alles grün, was mit dem Label „nachhaltig“ versehen wird. Anleger finden in ihren Fonds immer wieder Aktien von Firmen vor, die nur vorgeben, nachhaltig zu handeln. Kurzum: „Greenwashing“ ist längst salonfähig geworden. Dafür gibt es mehrere Beispiele.

Bei CO2-Emissionen wird viel geschummelt

Viele Nachhaltigkeitsfonds investieren in Amazon, weil der Online-Riese immense Gewinne erwirtschaftet, aber nur wenig direkte CO2-Emissionen ausstößt. Doch es ist fraglich, ob diese Strategie nachhaltig ist, weil Amazon Zusteller und Partnerfirmen rund um den Globus schickt, die wiederum für Emissionen verantwortlich sind. Coca-Cola ist ein weiteres Beispiel. Der Brausehersteller hat seine Distribution ausgelagert doch die Welt wird nicht grüner, wenn andere Firmen die CO2-intensive Logistik übernehmen.

Die kaum mehr zu überblickende Bandbreite der mittlerweile mehr als 1600 Fonds, die allein in Europa unter dem Prädikat „nachhaltig“ unter die Anleger gebracht werden, sorgt bei vielen Investoren für Verwirrung – zumal Transparenz und Mindeststandards häufig auf der Strecke bleiben. Anleger sollten also genau hinsehen, in welche Titel ein Fonds investiert. Ein Blick auf die zehn größten Positionen im Portfolio kann Aufschluss darüber geben, wie nachhaltig der Fonds tatsächlich ist. Ein Anhaltspunkt könnten auch Produkte sein, die mit dem Siegel des Branchenverbandes nachhaltiger Unternehmen, kurz FNG, ausgezeichnet wurden.

 




Nachricht an die Redaktion

Hier können Sie uns einen Kommentar zu dem Artikel zukommen lassen.
Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

]

Bei unseren Lesern momentan beliebt