US-Aktienmarkt: Fehler aus der Vergangenheit nicht wiederholen

Seit Jahresbeginn haben sich Growth-Titel besser entwickelt als Value-Titel – vor allem in den USA. Allerdings sind nur zehn Titel, die sich im S&P 500 Index seit Jahresbeginn am besten entwickelt haben, für rund 50 Prozent der Wertentwicklung des Index verantwortlich – eine sehr schmale Führung. Das erinnert an vergangene Zeiten, in denen Aktienrallyes mit schmaler Führung tränenreich endeten. Anleger sollten daher längerfristig denken und wieder mehr auf die Fundamentaldaten achten, meint Carl Giehlen, Senior Client Portfolio Manager bei NN Investment Partners.

Ja, US-Aktien haben in den vergangenen Monaten regelmäßig neue Allzeithochs erreicht. Aber das ist nicht das vollständige Bild. Die zehn Titel, die sich im S&P 500 Index seit Jahresbeginn am besten entwickelt haben, sind für rund 50 Prozent der Wertentwicklung des Index verantwortlich, also für fast 4,5 Prozent. Es handelt sich also um eine sehr kleine Gruppe von sehr gut laufenden Titeln – zumeist aus dem IT-Sektor oder verwandten Branchen. Die aktuelle Situation, in der Anleger in diese Aktien stark von der einen Annahme geleitet werden, dass die Zinsen weiter niedrig bleiben, erinnert an vergangene Zeiten, in denen Aktienanlagen, die im Wesentlichen auf einer bestimmten Annahme beruhten, tränenreich endeten. Nämlich dann, als politische Fehler und externe Schocks die Märkte aufwühlten, inklusive Spitzentitel.

Diese schmale Führung resultiert aktuell in einem rekordverdächtigen Stilwechsel: Der MSCI US Growth Index liegt dieses Jahr um 12 Prozent vor dem Value Index. Somit hat Value seine seit Januar 2016 erzielte relative Mehrrendite gegenüber Growth wieder fast komplett abgegeben. Schwächere Wirtschaftsdaten in den USA, anhaltende Sorgen über die Nachhaltigkeit des Wachstums und verblassende Versprechen von US-Präsident Trump lösten diese Situation der Kombination von niedriger Volatilität und Technologierallye aus.

Müssen sich Aktienanleger nun Sorgen machen? Nein, aber es ist Zeit, dass Anleger längerfristig wieder mehr auf die Fundamentaldaten achten sollten. Je mehr kurzfristige Begründungen für die Entwicklung des Aktienmarkts verantwortlich sind, desto schmaler die Führung, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein unvorhergesehenes Marktereignis die Aufmerksamkeit der Anleger auf die Fundamentaldaten zurücklenken wird.




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