Value-Strategien unter Druck

Value-Aktien sind so günstig wie nie zuvor. Das liegt unter anderem an den jüngsten geopolitischen Entwicklungen, wie der Beziehung von China und den USA oder Italiens Regierungswechsel. Langfristige Anleger sollten sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.

Das zweite Quartal 2018 lieferte das Musterbeispiel eines „perfekten Sturms“ für quantitatives, rationales, faktorbasiertes Stock Picking. Marktfaktoren wie Momentum und Value, die kombiniert üblicherweise eine gute Diversifikation bieten, entwickelten sich unisono negativ, wobei die Ausprägungen unterschiedlich waren. Besonders auffällig war die erneute, aber überdurchschnittlich dynamische Underperformance des langfristig wichtigen Faktors Value, also der Sorte Aktien, die auf Basis diverser Bewertungskriterien als besonders günstig gelten können. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die aktuelle Bewegung sowohl in puncto Dynamik als auch Ausmaß historischen Seltenheitswert hat. Bei den Large Caps aus der Eurozone entwickelten sich Value-Aktien zwischen April und Juni um 8,6 Prozent schlechter als Growth-Titel. Bei deutschen Aktien betrug der Unterschied in nur drei Monaten sogar 9,2 Prozent. Insgesamt handelte es sich bei dieser Entwicklung um ein globales Phänomen, das in Europa besonders spürbar war und Value-Strategien unter Druck gesetzt hat.

Globale Aktienmärkte relativ zum MSCI All Country World (ACW), Stand: zweites Quartal 2018 (Quelle: First Private Investment Management)

Geopolitische Themen belasten Value-Titel

Angesichts der Größe der Bewegung stellt sich die Frage, welche Ursachen für sie verantwortlich sind und welche Investment-Implikationen sich daraus ergeben. Auch wenn es keine spezifische Marktphase gibt, in der Value-Aktien ausnahmslos eine sichere Wette sind, lässt sich dennoch ableiten, dass zum Beispiel Phasen steigender Zins- und Inflationserwartungen sowie robuster Unternehmensgewinne – wie aktuell in den USA – typischerweise ein eigentlich gutes Umfeld für Value-Outperformances bieten. Insofern war die jüngste Entwicklung, auch gemessen am makroökonomischen Rahmen, untypisch.




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