Verunsichert die FDP die Märkte?

Aus den deutschen Bundestagswahlen am Sonntag wird Angela Merkel wahrscheinlich als Siegerin hervorgehen und weiterhin an der Spitze von Europas größter Volkswirtschaft stehen. „Ein gutes Abschneiden der teils etwas euroskeptischen FDP könnte für Verunsicherung an den Finanzmärkten sorgen“, erwartet Léon Cornelissen, Chefvolkswirt von Robeco.

Eine Bestätigung von Angela Merkel als Kanzlerin dürfte an den Finanzmärkten allgemein begrüßt werden, da die deutsche Politik dann ihren Kurs beibehalten dürfte, vor allem wenn die bisherige Koalition fortbesteht. In den Umfragen liegt die CDU/CSU weiterhin mit einem zweistelligen Vorsprung vor ihrem Hauptrivalen und derzeitigen Koalitionspartner SPD.

Allerdings könnte der Aufstieg der gegen den Euro eingestellten Alternative für Deutschland (AfD) dazu führen, dass zum ersten Mal seit dem 2. Weltkrieg wieder eine rechtsaußen angesiedelte Partei im Deutschen Bundestag vertreten ist. Da die immigrationskritische AfD in den Umfragen bereits einen Wähleranteil von rund 10 Prozent erreicht, dürfte sie die 5-Prozent-Hürde nehmen. Die führenden Parteien haben bereits eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen.

Für eine Überraschung könnte unterdessen die tendenziell euroskeptische FDP sorgen. Die Partei verfügt derzeit über keinen der 598 Sitze im Bundestag, erreicht aber in den Umfragen einen Anteil von mehr als 10 % und könnte damit an der neuen Regierung beteiligt sein. Daneben treten die Grünen an, die derzeit über 63 Sitze verfügen, und Die Linke, auf die 64 Sitze entfallen.

Zwei mögliche Koalitionen

Die Umfragen deuten bisher recht einheitlich auf einen Sieg der CDU/CSU hin, was für eine weitere Kanzlerschaft von Angela Merkel spricht. Derzeit erscheinen nur zwei Koalitionen mehrheitsfähig zu sein – die bisherige zwischen CDU/CSU und SPD sowie die sogenannte Jamaika-Koalition, in der sich die CDU/CSU mit der FDP und den Grünen zusammentun könnte, falls die SPD zu schwach abschneidet. Die letztgenannte Koalition ist nach den Farben der dafür in Frage kommenden Parteien benannt, die denen der Nationalflagge von Jamaika entsprechen. „Eine Jamaika-Koalition ist aber nicht sehr wahrscheinlich, da die politischen Ansichten der FDP und der Grünen weit auseinanderliegen.

Eine solche Koalition hat es auf Bundesebene noch nie gegeben, sie kann aber nicht ganz ausgeschlossen werden. Sorgen bereitet dagegen die AfD, da mit ihr zum ersten Mal seit dem Krieg wieder eine rechtsaußen angesiedelte Partei im deutschen Bundestag vertreten wäre. Angela Merkel repräsentiert die Mitte in der deutschen Politik, sieht sich nun aber einer stärker werdenden Rechten gegenüber. Die CSU hat stets gesagt, dass sie keine Partei rechts von ihr dulden wird, doch dies scheint sich zu ändern. Bislang hatte noch keine euroskeptische Partei in Deutschland Erfolg, doch sind auch der AfD Grenzen gesetzt.




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