Warum Diversifikation bei Kryptowährungen wichtig ist

Mati Greenspan, Senior Market Analyst bei der Social-Trading-Plattform eToro, kommentiert die aktuellen Entwicklungen bei Kryptowährungen und neue Probleme für Bitcoin.

Der Markt für Kryptowährungen erlebt aktuell einen Abverkauf auf breiter Front. Die überwältigenden Zuwächse, die wir in den vergangenen Wochen bei Ripple (XRP) gesehen haben, werden derzeit wieder zunichte gemacht – aktuell notieren die XRP-Token bei je rund 1,50 US-Dollar. Selbst bei einem Rückfall auf 1,10 US-Dollar wären sie immer noch das Fünffache des Stands von vor einem Monat wert. Während Anleger, die früh auf die Altcoin gesetzt haben, Kasse machen konnten, gilt es den von Ripples Preisverfall getroffenen Späteinsteigern zu sagen, dass ein gewisses Maß Diversifizierung und ein langfristiger Ansatz wichtig ist.

Einen Pullback erleben wir nicht nur bei XRP. Aus der Menge an Kryptowährung sticht gegenwärtig vor allem Ethereum mit einer positiven Preisentwicklung heraus. Dieser Tage sieht es immer mehr danach aus, als übernehme die nach Marktkapitalisierung zweitgrößte Kryptowährung die Rolle des ‚sicheren Hafens‘ in diesem Markt.

Bitcoin-Mining in China vor dem Aus

Es sieht so aus, als gäbe es Neuigkeiten bezüglich des Bitcoin-Minings in China. Die Financial Times ist an offizielle Dokumente der chinesischen Behörden gelangt, die darauf hindeuten, dass China tatsächlich hart gegen Bitcoin-Miner durchgreifen dürfte. Das ist besonders besorgniserregend, weil der Großteil des Minings noch immer in China abläuft. Doch selbst wenn viele weitere Länder Pläne verfolgen, ihre Tätigkeiten in diesem Bereich auszuweiten, dürften diese Dinge Zeit brauchen. Derzeit sind sie noch nicht vollständig einsatzfähig.

Diese Nachricht kommt zu einer eher ungünstigen Zeit für die nach Marktkapitalisierung führende Kryptowährung, weil sich der Backlog unbestätigter Transaktionen, auch ‚Mempool‘ genannt, nicht leeren will. Auch wenn sich die Zahl der durch die Bitcoin-Blockchain verarbeiteten Transaktionen reduziert, gibt es im Augenblick noch immer etwa 170.000 unbestätigte Transaktionen.

SegWit-Lösung gegen vollen „Mempool“?

Anleger sollten ihre Augen jetzt auf die Hashrate richten. Zugute kommt Bitcoin dabei die drastische Zunahme der Rechenpower des Netzwerks in den vergangenen Monaten. Sollte diese jetzt schwanken, wäre das für Bitcoin ein sehr schlechtes Zeichen.

Die Energiemenge, die die Bitcoin-Blockchain derzeit benötigt, ist übermäßig hoch. Wenn das Protokoll kein Update erfährt, dass für höhere Effizienz sorgt, ist es vielleicht besser, wenn Bitcoin den Weg für effizientere Kryptowährungen freimacht. Zwar könnte die SegWit-Lösung für Bitcoin nach wie vor eine Rettung bedeuten, doch scheint es zunehmend unwahrscheinlich, dass diese zustande kommt. Bisher unterstützen nur etwa zehn Prozent der Bitcoin-Miner diese Lösung.




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