Was der Merger für Investoren bedeutet

Phil Small, Fixed Income-Spezialist von Kames Capital, kommentiert den Merger von Siemens und Alstom und was das für Anleihe-Investoren bedeutet.

Die Ankündigung über die Fusion von Siemens und Alstom wird zu einem großen europäischen Champion führen, der besser im Markt stehen dürfte um mit dem zunehmenden Wettbewerb  durch Chinas CRRC zurechtzukommen. Damit sind die Spekulation über die Zukunft des Unternehmens vorderhand beendet, aber auch ob die Interessen sowohl Frankreichs als auch Deutschlands befriedigt werden können.

Der Rahmenvertrag muss noch von den Aufsichtsbehörden und Aktionären genehmigt werden. Unter der Annahme, dass die Genehmigung erfolgt, werden die Skaleneffekte die Wettbewerbsfähigkeit des neuen Unternehmens gegenüber dem Giganten CRRC stärken. Letzterer hat aber immer noch einen Jahresumsatz, der größer ist als der von Siemens und Alstom zusammen. CRRC hat sich verstärkt um die Märkte außerhalb Chinas bemüht und bereits Projekte in Großbritannien und der Tschechischen Republik gewonnen. Es wird erwartet, dass sich das Unternehmen auch um das Projekt HS2 (einer geplanten Hochgeschwindigkeits-Eisenbahn in Großbritannien) bewerben wird.

Bombardier – kanadischer Hersteller mit einem großen europäischen Geschäft – gilt als größter Verlierer der Ankündigung, da es die Skaleneffekte anderer in Europa nicht erreicht. Die Anleihen von Bombardier waren aufgrund der Schlagzeilen über die Luft- und Raumfahrt-Sparte bereits schwach, und dieses Abkommen wird wahrscheinlich nicht helfen die Situation zu verbessern.

Die Schieneninfrastruktur bietet Anleihegläubigern eine Vielzahl von Möglichkeiten, in die sie investieren können, darunter auch die Hersteller von „Bausätzen“ wie Alstom, Siemens und Bombardier. Diese Möglichkeiten gelten auch für die nationalen Bahngesellschaften wie die Deutsche Bahn, Network Rail Infrastructure und SNCF Réseau, die für die Signaltechnik und andere technische Einrichtungen der Hersteller zahlen. Die Rollmaterialgesellschaften wie Great Rolling Stock, Angel Trains und Porterbrook erwerben Züge und Waggons und vermieten diese an Betreiber. Diese Bahnbetreibergesellschaften (wie First Group und Stagecoach) betreiben die Züge. Alle werden von einer Änderung der Wahl oder des Preises des Rollmaterials und der zugehörigen Infrastruktur oder einer weiteren Änderung der Wettbewerbsdynamik betroffen sein. Diese Entwicklungen, die sowohl für den Endpassagier als auch für den Anleiheinvestor in der Bahnindustrie sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben, beobachten wir aufmerksam.




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