Was Quantitative Tightening für Gold bedeutet

Die Märkte schätzen die Risiken durch das Quantitative Tightening (QT) der Federal Reserve (Fed) bislang als zu gering ein. Dieser Meinung ist Joe Foster, Portfoliomanager und Stratege für die Gold-Fonds des US-amerikanischen Asset-Managers VanEck. Seit Anfang Oktober reduziert die Fed ihre durch Anleihekäufe aufgeblähte Bilanz, indem fällige Anleihen nicht mehr ersetzt werden. „Wir befinden uns in einem weit fortgeschrittenen Wirtschaftszyklus, in dem massive Verschiebungen der Zentralpolitik hohe Risiken mit sich bringen und die Anleger auf kurz oder lang in sichere Häfen treiben werden“, sagt Foster.

Gold schloss den Monat bei USD 1.280,15 pro Unze

Im August gewann der Goldpreis an Momentum. Dieser Trend setzte sich bis Anfang September fort. Da Südkorea auf die mögliche Vorbereitung des Abschusses einer ballistischen Interkontinentalrakete durch Nordkorea reagierte, hielten die geopolitischen Spannungen an. Der U.S. Dollar Index (DXY)1 fiel auf neue Tiefstände (Niveaus, die seit Anfang 2015 nicht mehr verzeichnet wurden), als die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Wachstumsprognose nach oben korrigierte und andeutete, im Oktober könnten Gespräche über einen allmählichen Ausstieg aus ihrer Politik der quantitativen Lockerung (Quantitative Easing) geführt werden. Dies trieb den Goldpreis am 8. September mit USD 1.357 pro Unze auf seinen Jahreshöchststand. Während des übrigen Monats wurde jedoch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wieder einmal zum primären Treiber des Goldpreises, als die Zinsen und der Dollar wieder nach oben tendierten. Nach der Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) am 19. September kündigte die Fed an, sie plane ihr Anleiheportfolio im Wert von USD 4,5 Billionen stufenweise zu schmälern. Außerdem prognostizierte sie eine weitere Zinsanhebung bis zum Ende des laufenden Jahres. In einer Rede am 26. September sprach sich Fed-Chefin Janet Yellen dann trotz der gedämpften Inflationsaussichten für eine Fortsetzung der geldpolitischen Straffung aus. Dies verstärkte die am Markt vorherrschende Erwartung einer Zinserhöhung im Dezember. Infolgedessen tendierte Gold niedriger und schloss den Monat bei USD 1.280,15 pro Unze und somit mit einem Verlust von USD 41,25 (3,1 %).

Handel nahe an den Höchstständen, dann Schwächung der Preise

Auch Goldaktienindizes näherten sich ihren Jahreshöchstständen, folgten dann jedoch dem Goldpreis nach unten. Im Laufe des Septembers fiel der NYSE Arca Gold Miners Index (GDMNTR)² um 6,6 %, während der MVIS Global Junior Gold Miners Index (MVGDXJTR)³ um 6,2 % zurückging. Auf dem Precious Metals Summit und dem Denver Gold Forum, den Jahresevents der Goldproduzenten und der institutionellen Investoren, war von Besorgnis über die schwachen Preise vom September wenig zu spüren. Diese Veranstaltungen werden vom Management fast aller Goldproduzenten und den meisten mit der Erschließung von Goldlagerstätten befassten Unternehmen besucht. In diesem Jahr lag der Fokus auf dem längerfristigen positiven Preistrend. Auf dem Denver Gold Forum bekräftigten die Großunternehmen ihre Zusage, Kapitaldisziplin zu üben und die Kosten niedrig zu halten. Wir waren insbesondere erfreut, dass Newmont Mining (4,7 % des Nettovermögens) beschloss, eine Anhebung seiner Dividendenrendite auf rund 2 % zu erwägen (die Renditen von Goldaktien liegen in der Regel weit unter 1 %). Es sieht so aus, als könnte die Branche die finanzielle Stärke gewinnen, um Renditen anzubieten, die über den 0 % von Gold liegen, was mehr Anleger ansprechen könnte.

Viele mittelständische Unternehmen setzen auf Wachstum

Viele mittelständische Unternehmen hoben Wachstumsprojekte hervor, die dieses Segment des Sektors besonders attraktiv machen. Wir gehen davon aus, dass die Entdeckung des Goldvorkommens Saramacca von Iamgold (2,9 % des Nettovermögens) in Surinam dazu führen wird, dass sich die Rosebel-Mine von einem marginalen Projekt zu einem Haupttreiber für Wachstum und Performance entwickelt. Außerdem gab B2Gold (6,2 % des Nettovermögens) bekannt, dass das Unternehmen in seiner neuen Mine Fekola im westafrikanischen Mali drei Monate früher als geplant und gemäß dem Kostenplan mit der Verarbeitung von Golderz angefangen hat. Diese Mine ist für B2Gold ein transformatives Asset, das in den ersten drei Jahren 400.000 Unzen jährlich produzieren soll – mit Kosten von lediglich USD 604 pro Unze.

Unternehmen mit attraktiven Entwicklungsprojekten

Am Precious Metals Summit nahm eine Rekordzahl von Junior-Unternehmen teil. Unser Interesse galt Unternehmen mit attraktiven Entwicklungsprojekten in Nordamerika und Westafrika. Zudem sollte man einige äußerst interessante Entdeckungen weiterhin im Auge behalten. In jüngerer Zeit haben zahlreiche Produzenten strategische Beteiligungen an jungen Explorations- und Erschließungsunternehmen erworben. Uns fiel die große Anzahl an Geologen auf, die unermüdlich nach strategischen Investments Ausschau halten, die sich als Übernahmechancen erweisen könnten.

Die Deregulierung sollte zu Wirtschaftswachstum führen Während es rund um die Präsidentschaft von Donald Trump nicht an negativen Schlagzeilen mangelt, gibt es auch sehr positive Nachrichten in Bezug auf die Deregulierung, über die nicht berichtet wird, die aber letztlich zu wirtschaftlichen Vorteilen führen dürfte.




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