Anleiheinvestoren sollten sich auf den Grundsatz besinnen, wonach die Kuponerträge entscheidend sind und der Kapitalzuwachs nur an zweiter Stelle steht. Angst vor den Auswirkungen höherer Leitzinsen dürften unberechtigt sein. Denn je höher das anfängliche Renditeniveau, desto geringer die relative Auswirkung eines Renditeschocks. Dies trifft aktuell auf die meisten US-Anleihesektoren zu. Angesichts des derzeitigen US-Zinsniveaus wären deutlich spürbare Renditesteigerungen nötig, um die Anlegererträge zu schmälern. Der Ausgangspunkt in der Eurozone ist aufgrund des insgesamt niedrigeren Renditeniveaus allerdings weniger günstig.

Extreme Gefahren für die Rentenmärkte sind derzeit nicht erkennbar. Für die nächsten Jahre sind somit keine annualisierten Negativergebnisse zu erwarten. Anleger müssen sich aber darauf einstellen, dass die Zinsen auf längere Sicht niedrig bleiben. Die globale Diversifizierung und sorgfältige Titelauswahl können im Laufe der Zeit aber eine vollständige Entfaltung des Zinseszinseffektes fördern. Bis 2022 sind folgende jährliche Renditen der wichtigsten Anleihesektoren wahrscheinlich: Euro-Staatsanleihen: 2,1 Prozent; Euro-Unternehmensanleihen Investment-Grade: 2,45 Prozent; Euro-Hochzinsanleihen: 3,7 Prozent; US-Staatsanleihen: 3,1 Prozent; US-Unternehmensanleihen Investment-Grade: 5,4 Prozent; US-Hochzinsanleihen: 5,5 Prozent; Schwellenländer-Staatsanleihen: 6,1 Prozent.

Fokus auf Emerging Markets Debt in Lokalwährung

Anleger können bei Staatsanleihen von Schwellenländern besonders optimistisch sein. Degroof Petercam erwartet, dass sich das reale Wachstum in Schwellen- und Industrieländern weiter auseinander entwickeln wird, während das Inflationsgefälle stabil bleibt oder gar sinkt. Die Treiber der negativen Wertentwicklung in 2018 könnten sich im neuen Jahr in Rückenwind wandeln.

Der stärkere US-Dollar, steigende Renditen bei US-Staatsanleihen und länderspezifische Stresssituationen ließen den Sektor 2018 unterdurchschnittlich performen. Der Schaden hielt sich jedoch in Grenzen. Auf Lokalwährung lautende Schwellenländeranleihen mussten geringere Verluste hinnehmen als ihre Pendants in Hartwährung. Die Aussichten für 2019 sind somit gut. Die Konsolidierung des Dollars und der US-Zinsen ist ein solides Fundament.

Zahlreiche Emerging-Markets-Währungspaare sind auf langfristig attraktive Niveaus gestiegen. Das gilt besonders für Lokalwährungsanleihen von Regierungen, die sich auf die Realpolitik konzentrieren und strukturelle Haushaltsprobleme sowie sozialpolitische Herausforderungen in Angriff nehmen.




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