Develop and Hold bei Immobilien

Wohnimmobilien sind ein nachhaltig attraktives Investment für institutionelle Investoren. Wegen der hohen Kaufpreise von Bestandsobjekten kann ein Develop-and-Hold-Ansatz lukrativ sein, sagt Lahcen Knapp von Empira.

In Zeiten volatiler Kapitalmärkte sind Wohnimmobilien ein nachhaltig attraktives Investment für institutionelle Investoren. Doch besonders in den Top-sieben-Städten drücken die hohen Ankaufspreise von Bestandsobjekten die Renditen. Indem Investoren früher in die Wertschöpfungskette einsteigen, können sie sich gegen diesen Effekt immunisieren und perspektivisch als Verkäufer davon profitieren. Wer in Entwicklungen investiert, diese im eigenen Bestand hält und zu einem günstigen Zeitpunkt gewinnbringend veräußert, profitiert nicht nur von hoher Wertschöpfung sondern auch von stabilen Cashflows in der Haltephase. Voraussetzung ist ein Investment Manager mit eigener Entwicklungsexpertise, der die Risiken einschätzen und minimieren kann.

Superzyklus für Immobilien

Der schon Jahre andauernde Boom des Wohnimmobilienmarktes in den deutschen Großstädten ist 2018 nicht abgeflaut und wird dies aller Voraussicht auch 2019 nicht tun. In einer PWC-Umfrage von Ende 2018 landeten Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg und München in den Top zehn der aussichtsreichsten Immobilienmärkte Europas. Für die Bundeshauptstadt hält Deutsche Bank Research sogar einen „Superzyklus“ für möglich und erläutert, Wohnimmobilien könnten dazu beitragen, dass Berlin zu einer der teuersten Metropolen Europas werden könne.

Aus Investorensicht birgt der fortlaufende Preisanstieg allerdings ein Problem: Die enorm hohen Ankaufspreise von Bestandsimmobilien drücken auf die Renditen, so dass letztere kaum noch die nötige Mindestanforderungen vieler institutioneller Anleger erreichen. Zudem ist der Markt in den Metropolen sehr umkämpft. Profitable Objekte in vielversprechenden Lagen sind kaum noch zu finden. Eine vermeintliche Alternative besteht im Ausweichen auf die B-Städte. Doch bestehen hier oftmals Bedenken, was die Marktliquidität angeht.

Develop and Hold im Fokus

Um dem Rendite-Dilemma zu entgehen, bietet sich vielmehr die Investition in Projektentwicklungen an. Hier sind die Investitionskosten deutlich niedriger. Das Konzept „Develop and hold“, also eine Immobilie selbst zu entwickeln, sie mittelfristig im eigenen Bestand zu halten und anschließend einen lukrativen Exit zu suchen, rückt zunehmend in den Fokus. Zumal in den Top 7 Städten ein enorm hoher Bedarf an neuem Wohnraum herrscht, den die momentane Bautätigkeit auf absehbare Zeit nicht zu decken vermag. Laut dem aktuellen Deutschland-Monitor der Deutschen Bank wird sich die Schere zwischen Angebot und Nachfrage bis 2022 noch weiter öffnen, ehe sich die Situation entspannen kann. Zu diesem Zeitpunkt werden der Prognose zufolge etwa eine Million Wohnungen zu wenig vorhanden sein – hauptsächlich in den deutschen Großstädten.

Seite zwei – Wie Investoren Risiken umgehen



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