Institutionelle fürchten passive Investitionen

Weltweit fürchten zwei Drittel der institutionellen Anleger steigende systemische Risiken durch steigende passive Investitionen. Mehr als die Hälfte plant den Ausbau nachhaltiger Investmentstrategien in 2019. Alternative und nicht börsengehandelte Investments rücken in den Vordergrund.

Weltweit zeigen sich institutionelle Investoren besorgt über die Auswirkungen passiver Investmentstrategien auf die Preisbildung und das Risiko an den Märkten. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Untersuchung von Natixis Investment Managers, bei der 500 Großanleger aus Nordamerika, Lateinamerika, Europa, Asien und dem Nahen Osten befragt wurden. 62 Prozent vertraten die Ansicht, dass mehr passive Investitionen die systemischen Risiken erhöhe. 61 Prozent sagten, dass die Zuflüsse in passive Investments die Volatilität künstlich niedrig halten würden. Für mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) tragen passive Strategien darüber hinaus zu einer Verzerrung der Aktienkurse und des Risiko/Rendite-Verhältnisses bei.

Nachfrage nach passiven Produkten nivelliert sich

Vor diesem Hintergrund nutzen institutionelle Investoren passive Strategien weniger stark als geplant. Waren die Anleger in der Befragung von 2015 noch davon ausgegangen, ihre passive Allokationsquote auf 43 Prozent auszubauen, so zeigt die aktuelle Befragung eine nachlassende Bereitschaft. Die aktuelle Allokationsquote von 70 Prozent aktiv und 30 Prozent passiv wollen die meisten der Befragten auch in den kommenden drei Jahren nicht wesentlich verändern.

Insgesamt zeigt sich eine starke Bereitschaft, angesichts der erwarteten höheren Marktvolatilität in 2019 aktive Investmentstrategien zu nutzen. 80 Prozent der Investoren gehen davon aus, dass die Marktschwankungen im kommenden Jahr zunehmen werden. 79 Prozent sehen sich in einem solchen Umfeld mit aktiven Managementansätzen im Vorteil. Im vergangenen Jahr waren es 78 Prozent. Die Renditeerwartungen sind mit jährlich 6,7 Prozent leicht zurückgegangen (7,2 Prozent per annum in 2017).

Von ihren aktiven Managern erwarten die Investoren einen wahrhaft aktiven Ansatz. Die Hälfte derjenigen, die gegenwärtig passive Strategien nutzen, tut dies unter anderem deshalb, weil aktive Manager immer noch zu stark an der Benchmark kleben. 66 Prozent gehen davon aus, dass mehr Transparenz in dieser Frage, solchen Managern nutzen werde, die sich tatsächlich aktiv verhalten. Deren Portfolios dürften langfristig eine Mehrrendite erwirtschaften.




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