Crowdinvesting als Renditegarant

Crowdinvesting boomt, vor allem bei Immobilienprojekten. Das eingesammelte Crowd-Kapital hat sich in den vergangenen Jahren jeweils mehr als verdoppelt. Zudem versprechen die Anbieter attraktive Zinsen – und gerade deshalb sollte ein wichtiges Entscheidungskriterium für Anleger der Schutz ihrer Investition sein. Lasse Kammer, Geschäftsführer der ReaCapital, kommentiert.

Crowdinvesting für Immobilien wird immer beliebter: Mehr als 100 Millionen Euro wurden in den ersten drei Quartalen dieses Jahres bereits über die Crowd in Immobilienprojekte investiert. Das ist eine Steigerung von 330 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Zuspruch der Anleger ist kein Wunder, denn die Renditen liegen branchenweit bei 5 bis 6,5 Prozent pro Jahr. Bei recht kurzen Laufzeiten i.d.R. von anderthalb bis zwei Jahren und vor allem angesichts der historischen Niedrigzinsphase ist dies ein attraktives Angebot – zumal die Zielobjekte boomen, nämlich Immobilien- und besonders Wohnprojekte in deutschen Innenstädten.

Aktuelle Insolvenzen zeigen: Ein Umdenken ist notwendig

Bei all dem Jubel und positiven wirtschaftlichen Vorzeichen ist jedoch auch ein Schatten auf die Branche gefallen: Vor einigen Wochen musste eine bekannte Crowdinvesting-Plattform die Insolvenz zweier Projektentwicklungsgesellschaften bekanntgeben, die zusammen 1,25 Millionen Euro eingesammelt hatten. Der Anbieter ist für seine Professionalität bekannt und gilt als erfahren bei Immobilienfinanzierungen. Diese Insolvenzen zeigen ein grundsätzliches Risiko bei Crowdinvesting, welches nicht vollständig ausgeschlossen werden kann. Durch die nachteilige Stellung der Crowdinvestoren im Insolvenzfall besteht ein Totalverlustrisiko, welches insbesondere durch den Einsatz ungeeigneter Sicherungsinstrumente nicht ausgeschlossen werden kann.

Crowdinvesting in Immobilien – Eine rentable Investition?

Zunächst aber: Was sind die Vorteile von Crowdinvesting gegenüber anderen alternativen Anlageformen? Ist diese Form der Investition überhaupt noch passend für einen Privatanleger? Crowdinvesting in Immobilien ist flexibel, und es wendet sich an eine breite Anlegerschicht. Vor allem gibt es bei vielen Crowdinvesting-Anbeiter keine horrenden Gebühren, Ausgabeaufschläge und Provisionen, die das Kapital vom Start weg mindern. Daneben ist die Mindestinvestitionssumme eines Anlegers sehr gering, denn das Gesamtinvestitionsvolumen wird schließlich durch die „Crowd“ aufgebracht. Über ReaCapital kann bereits ab 250 Euro in ein ausgewähltes Immobilienprojekt investiert werden. Zudem ist die Laufzeit des Investments erheblich kürzer als bei geschlossenen Immobilienfonds je nach Projekt und Fertigstellung sind es nur anderthalb bis zwei Jahre.

Gegenüber einer Investition in Start-Ups punktet Crowdinvesting in Immobilien durch eine bessere Berechenbarkeit der Anlageobjekte. Immobilienprojekte in Innenstädten sind etwas Klassisches, Bewährtes. Die Erfolgsfaktoren sind offenkundig, der Markt boomt angesichts der Wohnungsnot, die Erlöse in Form von Verkaufspreisen oder Mieten steigen stetig. Der wirtschaftliche Kontext ist für solch eine Anlage damit bekannt, und das Risiko ist überschaubar. Anders sieht es bei einem Jungunternehmen aus, welches zwar eine werbewirksame Idee oder Technologie hat, aber seinen Markt erst einmal schaffen muss.

Immobilienexpertise und Projektprüfung

Niemand das Risiko vollends ausschließen, aber zumindest den Anlegerschutz bis zum gesetzlich erlaubten Maximum erhöhen. Doch damit es gar nicht erst zu einem Projektausfall kommt, nehmen wir jedes Projekt genau unter die Lupe. Am Ende entscheidet der Anleger, welche Projekte er auf den Plattformen unterstützt. Neben der Rendite und der Leistungsbilanz des Vermittlers sollte bei der Auswahl auch der Schutz der Investition ein Entscheidungskriterium sein. Die Sicherheit muss in den Fokus rücken und dies muss ein Anliegen der gesamten Branche sein.

 

 




Nachricht an die Redaktion

Hier können Sie uns einen Kommentar zu dem Artikel zukommen lassen.
Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Bitte lasse dieses Feld leer.]

Bei unseren Lesern momentan beliebt