5G als Problemlöser

Jamie Lewis, Analyst für US-Technologie-/Medien- und Telekommunikations-Aktien bei Fidelity International, analysiert den US-Breitbandmarkt. Was bringt 5G?

Schnelle Glasfaserkabel verbinden das Basisnetz des Internet-Ökosystems. Aber bis dato kommt diese Technik auf den durchschnittlich letzten 300 Metern bis zu den privaten US-Haushalten nicht zum Einsatz. Stattdessen kriechen die Daten durch die zweiadrigen Kupferkabel der Telekommunikationsanbieter oder durch Koaxialkabel, auf die die Kabelbetreiber setzen. Vor der explosionsartigen Zunahme der internetbasierten Kommunikation waren annehmbare Geschwindigkeiten für den Internetzugang über Kupfer- und Koaxialkabel kein Thema. Aber im Zeitalter von Netflix und Co. stoßen die alten Netze an ihre Grenzen.

Internetdienstleister wie Telekommunikationsfirmen und Kabelbetreiber können aufrüsten, indem sie die alten Kupfer- und Koaxialkabel durch Glasfaserleitungen ersetzen und so die letzte Meile bis ans Haus ihrer Kunden überbrücken. Jedoch ist dies sehr material- und arbeitsintensiv.

Verizons „Cantenna“ floppte – vorerst

Verizon Communications, einer der Mobilfunkriesen in den USA, hat zwischen 2004 und 2010 große Summen in den Ausbau seines Glasfasernetzes gesteckt. Innerhalb von sechs Jahren verband das Unternehmen etwa 14 Prozent der amerikanischen Haushalte über Hochgeschwindigkeits-Glasfaserkabel.

Allerdings ist das Verlegen dieser Kabel mit rund 3.000 Dollar je Haushalt ein kostspieliges Unterfangen. Daher begann Verizon, mit kabellosen Breitbandanschlüssen zu experimentieren. Dazu installierten ausgewählte Kunden außen an ihrem Haus eine Farbeimer große Antenne, auch „Cantenna“ genannt. Sie empfängt 4G-Signale von den umliegenden Funkmasten und speist diese in das heimische WLAN ein. Theoretisch können mittels 4G-Technologie Geschwindigkeiten wie bei Glasfaserkabeln erreicht werden. Aber „Cantenna“ war ein Flop. Während die 4G-Technologie problemlos schnelle Verbindungen zwischen Smartphones und dem Internet herstellen kann, scheitert sie bei Breitbandanschlüssen für Privathaushalte angesichts des weitverbreiteten Video-Streamings an Kapazitätsproblemen.

Warum 5G erfolgreich sein könnte, wo 4G gescheitert ist

Bei der 5G-Technologie wird sowohl die Bandbreite als auch die Stärke des Funksignals verbessert, die beide einen erheblichen Einfluss auf die Übertragungsgeschwindigkeit haben.

Zur Übertragung von Informationen nutzt die neueste Mobilfunkgeneration sehr hohe Frequenzen und eine große Bandbreite zwischen der höchsten und der tiefsten zugelassenen Frequenz. So können durch diesen breiteren Kommunikationskanal gleichzeitig mehr Daten fließen. Darüber hinaus können die Regulierer der 5G-Technologie größere Bandbreiten zuteilen, weil in diesem Spektrum weniger Anwendungen um Frequenzen konkurrieren.




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