Algorithmen als Erfolgsgaranten

Algorithmen haben einen entscheidenen Vorteil gegenüber Menschen, meint Lars Reiner, Gründer und Geschäftsführer von Ginmon. Robo-Advisor bieten daher viele Vorteile auch für institutionelle Investoren. Welche das sind, und worauf es ankommt, erklärt der Autor in seinem Beitrag.

Mehr als 500 Milliarden Euro Anlagegelder wurden 2016 in Form von ETFs europaweit verwaltet, knapp 15 Prozent mehr als im Jahr davor. Seit dem 1993 der erste ETF aufgelegt wurde, wächst die Beliebtheit der Indexfonds weltweit exponentiell. Vor zehn Jahren war ETF kaum mehr als ein Geheimtipp. Heute dürfte es schwer werden, eine Wirtschaftszeitung zu lesen, ohne dabei auf diese drei Buchstaben zu stoßen. Von 2006 an hat sich das in ETFs gemanagte Vermögen in Europa binnen zehn Jahren mehr als versiebenfacht. Gestiegen sind sowohl die Anzahl der Fonds als auch das darin verwaltete Volumen. Allein 2016 haben Fondsgesellschaften 375 Milliarden US-Dollar an Anlagegeldern erhalten. Im vergangenen Jahr betrug das weltweit in ETFs verwaltete Vermögen 3,4 Billionen US-Dollar.

Zwei Faktoren haben ihnen zu dieser Beliebtheit verholfen: Die niedrigen Kosten und die Idee des Indextrackings, der die Beobachtung zugrunde liegt, dass nahezu alle Aktien und Anleihenindizes unbeachtet ihrer Auf- und Abwärtsbewegungen auf lange Sicht steigen. Warum also prognosenbasierte Analysen betreiben, wenn man sich einfach an einen der erfolgreichen Indizes heften kann?

Doch nicht nur die Anzahl der Indexfonds ist gestiegen, auch deren Vielfalt hat durch immer neue Produktideen zugenommen. Index-Anbieter wie MSCI, FTSE, Dow Jones oder Markit, aber auch Börsen, Banken und andere Marktteilnehmer heben ständig neue Indizes aus der Taufe, um den Unternehmen und Händlern Vergleichsmaßstäbe zu liefern und so den Markt möglichst genau abbilden zu können. Die Anzahl der Indizes ist unüberschaubar und dürfte sich mittlerweile weltweit im sechsstelligen Bereich bewegen. Allein MSCI berechnet heute mehr als 165.000 verschiedene Indizes. Neben den großen Weltindizes gibt es heute Tausende Spezialindizes, die jeweils einzelne Branchen, Länder, Kontinente, Produkte, Anlagestile, Währungen oder auch Unternehmensgrößen abbilden. Daneben gibt es Indizes mit Länder oder Branchenausschlüssen und Indizes, die nach religiösen, Umwelt oder Nachhaltigkeitsprinzipien sortiert werden.

Innerhalb dieses bunten Spektrums sind vor allem Faktor-ETFs (oder auch Smart-Beta-ETFs) von Interesse, die eine erhöhte Rendite versprechen. Der Anbieter MSCI hat beispielsweise die Faktoren Dividendenrendite, Momentum, Nebenwerte, Volatilität, Qualität und Value identifiziert und bietet entsprechende Faktor-ETFs an. Andere Index-Anbieter folgten.




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