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„Anlagevolumen ist nicht der einzige Erfolgsindikator“

Rolf D. Häßler hat sich für Global Investor den jüngst vorgestellten Marktbericht des Forums Nachhaltige Geldanlage (FNG) angeschaut und betont, dass das Anlagevolumen nicht der einzige Indikator für den Erfolg nachhaltige Kapitalanlagen ist. Der langjährigen Experte für Nachhaltigkeitsmanagement plädiert für neue Ansätze im zukünftigen Reporting, denn es mangelt seiner Meinung nach noch an wirkungsbezogener Messmethodik in der Berichterstattung.

Marktvolumen im vergangenen Jahr um 29% gewachsen

Das Volumen nachhaltig angelegter Kapitalanlagen im deutschsprachigen Raum ist im vergangenen Jahr auf rund 420 Mrd. Euro gewachsen und lag damit um 29% höher als im Vorjahr. 152,3 Mrd. Euro davon entfielen auf nachhaltige Mandate, 89,9 Mrd. Euro auf nachhaltige Investmentsfonds. Durch Asset Owner verwaltetes Vermögen trug mit 97,3 Mrd. Euro zur Gesamtsumme bei, Kunden- und Eigenanlagen von Banken mit Nachhaltigkeitsfokus mit 80,0 Mrd. Euro.  Die Schweiz ist im Ländervergleich der volumenstärkste Markt. Rund 60% der vom FNG auf Basis einer Befragung von insgesamt 104 Institutionen dokumentierten nachhaltigen Anlagen werden dort verwaltet, 37% liegen in Deutschland, Österreich trägt mit 3% zur Gesamtsumme bei.

Institutionelle Anleger dominieren den Markt

In allen drei Ländern dominieren institutionelle Anleger den Markt. Ihr Anteil lag Ende 2016 in Österreich bei 75%, in der Schweiz bei 82% und in Deutschland sogar bei 90%. In Deutschland stellen dabei die öffentlichen Pensions- und Reservefonds mit einem Marktanteil von 43% vor kirchlichen Institutionen (30%) und Stiftungen (7,5%) die größte institutionelle Investorengruppe. In Österreich dominieren Versorgungskassen mit einem Marktanteil von 59% den Markt, in der Schweiz vereinen die öffentlichen Pensions- und Reservefonds (47%), Anlagestiftungen und betriebliche Pensionsfonds (23%) sowie Versicherungsunternehmen (23%) mehr als 90% der nachhaltigen Kapitalanlagen auf sich.

„Türsteher-Kriterien“ nach wie vor sehr beliebt unter den nachhaltigen Anlagestrategien erfreuen sich Ausschlusskriterien nach wie vor großer Beliebtheit. Über 229 Mrd. Euro werden im deutschsprachigen Raum unter Nutzung dieser Kriterien verwaltet. Dabei werden in Deutschland vor allem Hersteller und Händler von Waffen sowie Unternehmen vom Investment ausgeschlossen, die in Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen involviert sind. In Österreich trifft der Portfolio-Bann neben Rüstungsunternehmen die Hersteller von Kernenergie und Tabakprodukten, in der Schweiz vor allem die Unternehmen, die gegen Arbeits- und Menschenrechtsstandards verstoßen oder in Korruption involviert sind.

Integration- und Engagement-Strategien gewinnen an Bedeutung

Um beachtliche 61% ist das Vermögen gewachsen, das unter Anwendung der Integration-Strategie verwaltet wird. Bei diesem Ansatz werden ESG-Kriterien in die traditionelle Finanzanalyse integriert. Die Bandbreite reicht dabei von der Berücksichtigung einzelner Kriterien, die nach Einschätzung der Finanzanalysten besondere Bedeutung für die finanzielle Entwicklung der Emittenten haben, bis zu umfassenden Kriterienkatalogen, in denen sich neben wirtschaftlichen Überlegungen auch die Werte der Investoren widerspiegeln.




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