Big Data ist mehr als nur „GAFA“

„Die Bewertungen sind noch immer relativ hoch, in einigen Fällen vielleicht etwas zu hoch, weitere Verluste sind daher nicht ausgeschlossen. Big Data ist jedoch mehr als nur GAFA [Google, Apple, Facebook, Amazon]. Daten sind das schwarze Gold des 21. Jahrhunderts, und zu den Gewinnern gehören nicht nur Technologieunternehmen“, sagt Jacques-Aurélien Marcireau, Deputy CIO Equities und leitender Manager des Edmond de Rothschild Fund Big Data.

Big Data macht vor keiner Branche Halt

Gewinnmitnahmen haben den großen Technologieunternehmen in den vergangenen Wochen zugesetzt. In den Jahren kontinuierlich fallender US-Zinsen (von 2006 bis 2016) wandten sich Anleger auf der Suche nach Renditen vor allem Wachstumswerten zu. Technologieaktien mit ihrem Versprechen umwälzender Innovationen standen zu dieser Zeit hoch im Kurs. Finanziert wurde das Wachstum durch die üppige Liquidität, für die niedrige Zinsen sorgten. Und so verstärkte sich das Phänomen quasi von selbst. „Die Bewertungen sind noch immer relativ hoch, in einigen Fällen vielleicht etwas zu hoch, und weitere Verluste daher nicht ausgeschlossen. Big Data ist jedoch mehr als nur GAFA. Daten sind das schwarze Gold des 21. Jahrhunderts, und zu den Gewinnern gehören nicht nur Technologieunternehmen“, sagt Jacques-Aurélien Marcireau, Deputy CIO Equities und leitender Manager des Edmond de Rothschild Fund Big Data.

Noch vor wenigen Jahren wurde der strategische Wert von Daten erheblich unterschätzt. Heute entsteht dank steigender Rechenleistung, maschinellem Lernen und vernetzten Geräten ein Eldorado für unzählige Anwendungen. Google und Facebook haben bereits vor über zehn Jahren die Richtung vorgegeben. Mittlerweile haben sich mehrere tausend Start-ups auf den Weg gemacht, dicht gefolgt von den agilsten Unternehmen der „Old Economy“, von Automobilherstellern bis zu Versicherungen. Selbst die größten Skeptiker haben sich von symbolträchtigen Erfolgen überzeugen lassen – dem Sieg der Google-Software gegen den amtierenden Go-Weltmeister, den rapiden Fortschritten in der Gesichts- und Stimmerkennung sowie vollautonomen Fahrzeugen.

Noch bis vor wenigen Jahren war die Nutzung großer Datenmengen ein Privileg derjenigen, die diese auch analysieren konnten. Unternehmen aus jeder Branche können sich Wettbewerbsvorteile erschließen, wenn sie ihre Daten zu nutzen wissen. Denn wer seine Parameter erweitert, kann bessere Entscheidungen treffen, bestehende Produkte optimieren (Kosten reduzieren, die Produktivität erhöhen usw.) und neue Produkte besser auf eine bestimmte Zielgruppe abstimmen. Für nachhaltigen Erfolg sind Investitionen in Big Data ebenso unerlässlich wie für eine Neuausrichtung des Geschäftsmodells.

Wenig überraschend waren Technologieunternehmen die Ersten, die sich mit den riesigen Datenmengen befassten. Branchengrößen wie IBM, Cisco und Microsoft investieren schon seit Jahren massiv in Rechenzentren und spezielle Analyseprogramme für Daten. Mittlerweile bieten diese Unternehmen Lösungen für ganze Industriezweige an. „Doch auch außerhalb des Technologiesektors verändert die Datenverarbeitung zahlreiche traditionelle Branchen, darunter Banken, Versicherungen, Automobilhersteller und Gesundheitsunternehmen. Außerdem helfen Daten bei der Wartung von Industrieanlagen und erhöhen die Energieeffizienz“, sagt Marcireau.

Eine ausgewogene Strategie

Edmond de Rothschild Asset Management ist überzeugt: Für Anleger führt heute kein Weg an Big Data als strategisches Anlagethema vorbei. Mehr als jemals zuvor spielt es eine wichtige Rolle in den Köpfen der Entscheider, die die Geschäftsmodelle ihrer Unternehmen auf die Zukunft vorbereiten wollen. Anleger haben sich vor allem mit dem Technologiesektor und insbesondere den Tech-Giganten Google, Apple, Facebook und Amazon, kurz GAFA, auseinandergesetzt und viel in diese Unternehmen investiert. „Doch Infrastrukturanbieter, die die Daten liefern, sind ebenso wie Datennutzer außerhalb des Technologiesektors zu finden und können sich durch die Verarbeitung von Daten einen strategischen Vorteil sichern. Dennoch sind sie nicht so hoch bewertet wie viele Technologieunternehmen. Nach unserer Erfahrung stößt man daher in anderen Branchen eher auf interessante Werte“, fügt Marcireau hinzu.

Eine disziplinierte und realitätsnahe Anlagestrategie vorausgesetzt, dürfte Big Data mit seiner enormen Bedeutung dauerhaft zu einer soliden Wertentwicklung beitragen. Davon ist Edmond de Rothschild Asset Management überzeugt und hat deshalb im August 2015 den Edmond de Rothschild Fund Big Data aufgelegt. Mit diesem Themenfonds können Anleger in Unternehmen investieren, die direkt von der Datenrevolution profitieren oder aber mit Hilfe von Big Data ihr Geschäftsmodell neu ausrichten. Seit seiner Auflegung konnte der Edmond de Rothschild Big Data Fonds einen Wertanstieg von 42 Prozent ausweisen und den MSCI World (NR) damit um knapp 13 Prozent übertreffen.

Bei der Bewertung von Unternehmensstrategien steht Big Data im Mittelpunkt. Um das Potenzial des Themas voll auszuschöpfen, setzt Edmond de Rothschild Asset Management dabei zwei verschiedene strategische Schwerpunkte: „Zum einen denken unsere Fondsmanager sektorübergreifend und investieren nicht nur in Technologiewerte. Tatsächlich entfallen bis zu 50 Prozent des Portfolios auf Unternehmen, die Big Data bereits heute in ihrem Kerngeschäft verankern (Datennutzer), um sich so einen Wettbewerbsvorteil zu sichern. Zum anderen handeln wir pragmatisch und streben sowohl im Technologie- als auch in anderen Sektoren vor allem Beteiligungen an führenden Unternehmen an. Wir wählen jedes Unternehmen sehr genau aus und analysieren nicht nur seine Marktbewertung, sondern auch seine Produkte und Lösungen. Die Wertpapierauswahl ist die wichtigste Wertschöpfungsquelle unserer Strategie“, sagt Marcireau.




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