Big-Data-Markt wächst in Deutschland zweistellig

Big Data wird zum geflügelten Wort für Technik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Die Macht Daten zu besitzen und diese richtig zu interpretieren, wird über die Existenz ganzer Branchen entscheiden. IT-Unternehmen profitieren von dieser Entwicklung.

„Menschen mit einer neuen Idee gelten so lange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat.“ – sagte einst der US-amerikanischer Schriftsteller Mark Twain. Dass dieses Zitat in Zeiten der Digitalisierung mehr denn je Gültigkeit besitzt, beweisen viele digitale Geschäftsmodelle unserer Gegenwart.

Es sind Unternehmen, die keine eigenen Inhalte produzieren, keine eigenen Immobilien besitzen und keinen eigenen Fuhrpark pflegen: Trotzdem stehen Facebook, Airbnb und Uber an der Spitze ihrer jeweiligen Branchen. Das „Interface“ sei das eigentliche Vermögen dieser Branchengiganten, schrieb die britische Online-Zeitung The Independent Im Jahr 2015.

Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn vor allem Daten machen Internetunternehmen, deren Geschäftsmodelle der Plattformökonomie zugerechnet werden, zu den Gewinnern der Digitalisierung. Doch warum?

Die 15 größten Plattformökonomien: Geniale Geschäftsmodelle treffen auf exorbitante Datenmengen
Quelle/Darstellung: Dr. Holger Schmidt / netzoekonom.de

Daten sind die neue „Währung“

Die rasante Geschwindigkeit in der Entwicklung computergestützter Technologien macht es heute möglich, auf Grundlage riesiger Datenmengen Zusammenhänge zu erkennen, auszuwerten und strategisch einzusetzen. Daten sind dabei mit Rohdiamanten vergleichbar. Der Veredelungsprozesskomplexer Datenmengen, das sogenannte Big Data Analytics, ist die eigentliche Kür.

Unternehmen aus allen Branchen bedienen sich mittlerweile diesen Methoden, was sich auch auf die ökonomische Relevanz der Technologien auswirkt. Die ausgewerteten Daten helfen Geschäftsprozesse effizienter zu gestalten, geben Einblicke in Kundenverhalten oder können die Basis dafür legen, die Kreditwürdigkeit von Kunden einzuschätzen.

„Bei immer mehr Unternehmen schaffen intelligente Datenanalysen die Grundlage für den Geschäftserfolg“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Big-Data-Anwendungen leisten branchenübergreifend einen herausragenden Mehrwert – von der Diagnoseunterstützung im Gesundheitswesen bis zum Notfallmanagement bei Naturkatastrophen.“

Markt für Big Data wächst in Deutschland zweistellig

Die wachsende Nachfrage nach technischen Lösungen macht sich in den Auftragsbüchern von IT-Anbietern bemerkbar. Deutschland ist in dieser Sparte ein starker Wachstumsmarkt.

Das IT-Marktforschungsunternehmens IDC prognostiziert für das Jahr 2018 erstmals ein Umsatzvolumen von 6 Milliarden Euro. Damit könnte das Umsatzwachstum um 10 Prozent zulegen.

Das am stärksten wachsende Segement könnte nach Einschätzungen der Marktforscher zufolge der Bereich Hardware sein. Hier gehen die Experten von einem Anstieg von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Spitzenreiter im Big-Data-Markt bleiben allerdings die Software-Anbieter, denn die Sparte könnte bis zu 3,1 Milliarden Euro erwirtschaften. Ein Anstieg um neun Prozent ist denkbar. Das Dienstleistungssegment wird auf rund 2,6 Milliarden Euro für den Jahresumsatz 2018 geschätzt, dies entspräche einem Umsatzwachstum von elf Prozent.




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