Börsengänge werden für Start-ups interessanter

Start-ups, die sich Kapital über einen Börsengang finanzieren, sind bisher noch rar gesät. Das könnte sich zukünftig ändern.

Für viele Start-ups ist die Kapitalbeschaffung die zentrale Herausforderung. In der Expansionsphase nimmt der Kapitalbedarf meist noch einmal durch. Sie greifen dabei vor allem auf Venture Capital von einzelnen Investoren zurück. Der Börsengang kam für viele Gründer bisher kaum in Frage. Der Bundesverband Deutsche Startups e.V. (BVDS) ermittelte für das Jahr 2017 in seinem jährlich erscheinenden „Deutsche Start-up Monitor“, dass kein einziges der befragten Unternehmen einen Börsengang gewagt hatte. Einige Beispiele zeigen, dass ein Börsengang für Start-ups durchaus Vorteile bringen kann.

Die Kapitalbeschaffung wird allerdings in Deutschland wichtiger: Studien beziffern das benötigte Kapital bei deutschen Startups in den kommenden zwei Jahren auf etwa 3,1 Millionen Euro. Damit würde der Mehrbedarf an Kapital im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Millionen Euro zulegen.

Neue Studie deutet auf Stimmungswandel hin

Der Digitalverband Bitkom gab jetzt eine Umfrage unter 300 Start-ups in Auftrag, deren Ergebnis auf einen Stimmungswandel hindeutet. Demnach stieg im Vergleich zum Vorjahr das Interesse an einem möglichen Börsengang von 14 Prozent auf 23 Prozent. So gaben 22 Prozent der befragten Gründer an, sich in Zukunft einen Börsengang des eigenen Unternehmens vorstellen zu können. Ein Prozent der Befragten haben bereits konkrete Schritte dafür eingeleitet.

14 Prozent der Gründer schließen einen Börsengang kategorisch aus. Die Mehrheit (58 Prozent) gaben an, dass ein IPO gegenwärtig kein Thema für sie sei.

Aufwand bleibt Hemmschuh

Für viele Gründer stellen vor allem die organisatorischen Rahmenbedingungen Hürden für den Weg auf das Pakett dar. „Ein Börsengang bedeutet für ein Startup großen organisatorischen Aufwand und hohe Vorbereitungskosten. Ein solcher Schritt will reiflich überlegt sein“, kommentiert Bitkom-Präsident Achim Berg.

 




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