„Das Problem wird zu viel Strom sein“

Es heißt, der Strommarkt sei im Allgemeinen eher wachstumsschwach. Auf den ersten Blick lässt das den Bereich weniger attraktiv für Investments wirken, doch Zahlen der US Energy Information Administration zufolge gilt dies zwar für Industrienationen, nicht jedoch für Entwicklungsländer.

Entwicklungsländer befinden sich in einer nachhaltigen wirtschaftlichen Hausse. Dadurch ist der Energiebedarf hoch, sowohl im Industriesektor als auch durch steigenden Wohlstand. Dieser Energiebedarf stellt die Welt vor ein Problem. Das künftige Wachstum vieler Volkswirtschaften hängt davon ab, wie es gel.st werden kann. Der Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid (CO₂) muss nachhaltig reduziert werden, um die Erderwärmung in den Griff zu bekommen. Das stellt die Industrie vor technische Herausforderungen. Strom muss effizienter genutzt und anders produziert werden. In den nächsten Jahren muss also mehr in Energieerzeugung, -infrastruktur und -effizienz investiert werden. Es handelt sich meistens um Projekte, die sich aufgrund staatlicher Vorgaben langfristig planen lassen. Des Weiteren braucht es viel Innovationskraft, die große Wachstums- und Ertragschancen bietet. Peter Dreide, CIO und Gründer der TBF Global Asset Management GmbH, zufolge sind es spezielle Teilbereiche dieses Markts, die gute Aussichten für nachhaltige Anlagen bieten.

Wandel der globalen Energiewirtschaft

Die benötigten Rohstoffe sind weltweit ungleich verteilt, das stellt die Energieerzeugung vor Herausforderungen. In den USA sind dank großer Schiefergasvorkommen weit mehr fossile Brennstoffe vorhanden, als vor zwanzig Jahren erwartet wurde. In anderen Regionen wie Japan und Zentraleuropa sind diese Rohstoffe knapp. Eine Alternative zu umstrittenen Arten der Stromproduktion, beispielsweise Kernenergie, ist der Import von Flüssigerdgas (LNG), das in modernen Gasturbinenkraftwerken genutzt wird, um Energie zu gewinnen. Im Vergleich mit anderen fossilen Brennstoffen stößt das Gas am wenigsten CO₂ aus.

Die globale Energiewirtschaft entfernt sich von fossilen Brennstoffen wie Öl und Kohle, die über Jahrzehnte die Energieerzeugung prägten. Technologien, wie Kraftwerksturbinen bei Gas- und Windkraft, werden ständig verbessert und weiter entwickelt. Gleichzeitig sinken die Produktionskosten für Solarmodule. Immer mehr Länder erhöhen den Anteil regenerativer Energien schrittweise von zwei bis fünf Prozent auf 20 bis 30 Prozent. Um Gasturbinenkraftwerke antreiben zu können, muss Gas zum Kraftwerk transportiert werden. Der Transportweg über Pipelines, Tanker, Verflüssigungs- und Regasifizierungsterminals ist ein wachsender Markt. Viele der großen Verflüssigungsanlagen beginnen erst jetzt, ihre Produktionskapazitäten auszuschöpfen, weitere werden gebaut und geplant. Bei der Verflüssigung von Gas wird dieses um den Faktor 600 reduziert, dadurch ist ein wirtschaftlich rentabler Transport großer Mengen möglich. Da die Kapazitäten regenerativer Energiequellen noch nicht ausreichen, um den Energiebedarf zu decken, sind Kraftwerke unverzichtbar, die etwa mit Gas angetrieben werden.

 

Energieverbrauch

Regenerative Energien dank Subventionen auf dem Vormarsch

Im Energiesektor wachsen erneuerbare Energien von allen Arten der Stromproduktion am schnellsten. Über Jahre profitierten sie weltweit von staatlichen Subventionen, was den Wettbewerb verzerrte. Mittlerweile kann man mit erneuerbaren Energien Strom vielerorts zu Marktpreisen produzieren.

Insbesondere Wind- und Solarenergie sind attraktive Alternativen zu Strom aus fossilen Brennstoffen. Dreide zufolge müssen Energieversorger in Zukunft umdenken. In fünf bis sieben Jahren soll die Grundlast nicht mehr durch fossile Brennstoffe, sondern durch regenerative Energiequellen, vor allem Solarenergie, abgedeckt werden. Für die Spitzenlast sollen dann Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen hinzugeschaltet werden. Eine weitere Herausforderung ist es, den Strom von den Erzeugungsquellen hin zu den Verbrauchern innerhalb und zwischen den Ländern zu übertragen und zu verteilen. Das globale Investitionsvolumen in die Distribution von Strom ist hoch und soll weiter steigen. Bis 2035 sollten 48 Billionen US-Dollar in den Energiesektor investiert werden. Es ist klar, dass das existierende Stromnetz umstrukturiert werden muss, weil sich viel geändert hat und noch ändern wird.




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