Der Doktor kommt aufs Smartphone

Blockchain kann mehr als Bitcoin! Die medizintechnische Entwicklung profitiert von Big Data, Artificial Intelligence und wohl bald auch von der Blockchain-Technologie, das behauptet der Computerwissenschaftler und CEO von Eterly Andrew Achachinski.

Das Jahr 2017 steht zweifelsfrei für den Durchbruch der Blockchain-Technologie: Während digitale Währungen wie Bitcoin und Smart Contracts wie Ethereum die Schlagzeilen beherrschten, konnte auch andere Branchen und Industrien, so etwa der Gesundheitssektor, bedeutende Fortschritte bezüglich dieser Technologie machen.

Wachsende Produktpalette für intelligente Anwendungen

Der Trend zur Digitalisierung im Gesundheitswesen ist offensichtlich, die Anwendungsfälle und technischen Möglichkeiten des Digital Health oder E-Health sind dabei vielfältig und erfassen die unterschiedlichsten Ebenen.

Da sind zum einen die zahlreichen Apps zur Selbstoptimierung aus dem Bereich Mobile Health (mHealth): Lifestyle- und Gesundheitsapplikationen, die durch mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets die Lebensweise des Nutzer erfassen. Das reicht von Schrittzählern, Ernährungsplänen, Schlafanalysen bis hin zu Anwendungen, die an wichtige Vorsorgeuntersuchungen oder Medikamenteneinnahme erinnern.

Doch neben dem Zählen von Kalorien und Schritten, gibt es noch ambitioniertere Ideen. Das britische Start-up Babylon Health will Telemedizin mit künstlicher Intelligenz (KI) verknüpfen und seinen Nutzern ermöglichen, vorausgesetzt sie verfügen über eine stabile Internetverbindung und ein entsprechendes Endgerät, zu jedem Zeitpunkt einen Arzt zu konsultieren. Für diese Idee konnte das Unternehmen um Gründer Ali Parsa 2017 bereits mehr als 60 Millionen US-Dollar einsammeln.

Megatrends in der Medizin: Künstliche Intelligenz und ein langes Leben

Gegenwärtig investieren Medizinunternehmen riesige Summen in die Entwicklung von Produkten auf Basis künstlicher Intelligenz und maschinelles Lernen (ML). Aber auch umgekehrt: Technologieführer öffnen ebenfalls ihre Geldbörsen und treiben Produktentwicklung und Forschung voran. Ein gutes Beispiel hierfür ist IBM Watson.

Auf der Suche nach einem längeren, gesünderen Leben spielen – insbesondere was die Investitionssummen betrifft – vor allem die ganz Großen wie Alphabet (Google) an vorderster Front mit. In Kooperation mit dem Biotechnologieunternehmen AbbVie hat Alphabet das Joint Venture „Calico Labs“ ins Leben gerufen. Das Projekt kann auf knapp 1,5 Milliarden US-Dollar Forschungsbudget zurückgreifen, damit das Rätsel um die menschliche Lebensdauer entschlüsselt werden kann.

Der Traum vom ewigen Leben dürfte nach Einschätzung vieler Experten in Zukunft einige beeindruckende Investitionsvorhaben fördern, da sich für die Industrie enorme Marktpotenziale eröffnen – und die Blockchain-Technologie könnte integraler Bestandteil dieser Erfolgsgeschichte werden.

Vieles mag gegenwärtig wie Zukunftsmusik klingen und Wissenschaftler sehen die wirklich bedeutsamen Durchbrüche erst in einigen Jahrzehnten realisiert. Doch tagtäglich finden Menschen neue Lösungen, um mit Hilfe von komplexen Datenanalyseverfahren unser Leben gesünder zu gestalten – und es zu verlängern.

Welche Rolle spielt Blockchain?

Die Blockchain-Technologie ermöglicht dezentralisierte Gesundheits-Netzwerke, die hochsensible Gesundheitsdaten speichern und transferieren. Darüberhinaus ist die Technologie in der Lage komplexe Analysen zu unterstützen, die eine technisch-gestützte Anamnese vornehmen, um beispielsweise optimierte Ernährungsvorschläge zur Bekämpfung von Krankheiten zu generieren.

Allen Unkenrufen zum Trotz bietet die Blockchain-Technologie ein großes Potenzial, um sich seinen Platz in der Medizintechnik zu sichern. Denn eines dürfte bereits jetzt klar sein: Wir bewegen uns schnellen Schrittes auf hochkomplexe und ganzheitliche Ansätze, die etwa gespeicherte Gesundheitsdaten für die medizinische Forschung direkt bereitstellen.

Dr. A.I. statt Dr. Google

Hier können sich auch KI- und ML-Algorithmen als Helfer für den Medizinsektor bewähren. Bereits heute entwickeln Unternehmen wie Deep Genomics aus Kanada, das schottische Unternehmen Exscientia oder BenevolentAI aus dem Vereinigten Königreich spezielle Algorithmen, die potenzielle Medikamentenpaarungen schneller erfassen können als der Mensch. Die Anwendung Dr. A.I. aus dem Hause des kalifornischen Unternehmens HealthTap möchte Nutzern auf Basis einer breiten Datensammlung und unter Betrachtung verschiedener Faktoren (Alter, Geschlecht, Gewicht usw.) die Entscheidungshilfe geben, ob ein Arztbesuch notwendig ist oder nicht. Im Gegensatz zu Dr. Google, der bereits bei harmlosen Symptomen auf schwerwiegende Erkrankungen hinweist, berücksichtigt Dr. A.I. allerlei zusätzliche Nutzerinformationen und Wissensbestände von mehreren zehntausenden US-amerikanischen Medizinern.

Im zweiten Teil geht es weiter >




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