Deutsche Innovationen für Afrikas Energiewende

Wann kommt der Boom am Frontier-Markt Afrika? Eine Voraussetzung dafür dürfte der Energiesektor werden, denn Subsahra-Afrika mangelt es an Elektrizität. In Hamburg wurden auf dem 11.Deutsch-Afrikanischen Energieforum einige Trends diskutiert, die Lösungen versprechen von denen auch deutsche Unternehmen profitieren könnten.

Das vom Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft veranstaltete 11. Deutsch-Afrikanische Energieforum, traf den Nerv der Zeit. Dies bewies die rege Teilnahme von Politikern, NGO’s und Wirtschaftsvertretern an zahlreichen Vorträgen, Diskussionen und Workshops bei denen auch Minister und Vize-Minister aus Südafrika, Nigeria, Mosambik, Ghana, Äthiopien, DR Kongo, Sudan, Sambia, Burkina Faso, Mali und Swasiland teilnahmen.

Spätestens seit der Flüchtlingskrise wird der europäischen Öffentlichkeit bewusst, welche Herausforderungen sich aus der politischen und wirtschaftlichen Situation zwischen Maghreb und Kap Aghulas ergeben. Viele Afrikaner verlassen ihr Land aufgrund der enormen Arbeitslosigkeit und mangelnden Perspektiven. Dabei spielt vor allem die Demographie eine wesentliche Rolle, denn der Kontinent hat eine sehr junge Bevölkerung und wächst überdurchschnittlich.

In den Redebeiträgen wurden die akuten Probleme Afrikas und deren Auswirkungen auf Europa thematisiert. Die Teilnehmer waren sich einig, dass positive wirtschaftliche Entwicklung und wachsender Wohlstand auf dem afrikanischen Kontinent im Interesse Deutschlands und Europas liegen. Die Industrialisierung Afrikas verspricht Arbeitsplätze und Perspektiven für die junge Generation und kann Fluchtursachen bekämpfen. Damit das Fundament für ökonomische Prosperität überhaupt gelegt werden kann, müssen allen voran in Subsahra-Afrika Lösungsansätze für Schlüsselprobleme konzipiert werden. Die größten Hindernisse resultieren aus dem unterentwickelten Energiesektor und den damit einhergehenden riesigen Versorgungslücken für Bevölkerung und Wirtschaft.

Die Themenschwerpunkte des Forums umfassten deshalb im Wesentlichen die Rolle der Energieversorgung für die Industrialisierung, Strategien und Konzepte zum Aufbau von Energiegenerierung und -verteilung sowie Finanzierungsmodelle von Investitionen.

Faktencheck: Energieknappheit in Afrika    

  • 1,2 Milliarden Menschen verfügen weltweit über keinen Anschluss an eine Stromversorgung. 95% der davon betroffenen Menschen leben in Subsahara-Afrika und Südost-Asien. Die Staaten der Subsahara-Region sind von Energieknappheit besonders betroffen.
  • Der Mangel an Elektrizität betrifft oftmals das Schulwesen. In vielen Staaten verfügen über 50% der Schuleinrichtungen nicht über einen Stromanschluss, in einigen Staaten liegt die Quote bei über 80%.
  • Laut Studien der Internationalen Energiebehörde führen instabile Netze zu durchschnittlich 540 Stunden Versorgungsausfällen pro Jahr (6% der Zeit), wobei in Ländern wie Nigeria diese Fallzahl deutlich höher liegt.
  • Der breite Netzausbau wird durch politische Instabilität und schlechten politischen Management deutlich erschwert. Außerdem konzentrieren sich Ausbaumaßnahmen auf die urbanen Regionen, was zur Vernachlässigung ländlicher Regionen führt.



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