Die Welt von morgen besteht nicht nur aus Robotern

Anleger können von den Transformationsprozessen auf dem Weg zur Gesellschaft 5.0 profitieren. Und es geht nicht nur um Roboter, meint Quirien Lemey, Manager des DPAM Invest B Equities NEWGEMS Sustainable.

Benchmarknahes Investieren birgt Risiken

Wer in große, nach Marktkapitalisierung gewichtete Indizes investiert, entscheidet sich zwangsläufig für diejenigen Unternehmen und Branchen, die aktuell am stärksten im Fokus der Märkte stehen. So besteht zum Beispiel der MSCI Europe derzeit zu 20 Prozent aus Finanzwerten zu 8 Prozent aus Öl- und Gastiteln. Anleger müssen sich fragen, ob sie solche Klumpenrisiken tatsächlich eingehen oder doch lieber unabhängiger von einer Benchmark investieren wollen. Eine Möglichkeit dafür besteht darin, nach vorne zu schauen und zu analysieren, welche gesellschaftlichen Umbrüche und Megatrends sich ausprägen und welche Branchen und Unternehmen davon profitieren. Man muss immer berücksichtigen, dass die Gewinner von heute nicht zwangsläufig die Gewinner von morgen sein werden.

Sieben auf einen Streich

Unser Team hat untersucht, wie sich Konsumenten, Unternehmen, Regierungen und die Umwelt entwickeln, welche Transformationsprozesse also auf dem Weg zur Gesellschaft 5.0 ablaufen werden. Dabei haben sie folgende Investmentthemen identifiziert, die nach ihrer Einschätzung bereits wichtig sind und noch bedeutender werden: Nanotechnologie, Umwelt, Wellness, Generation Z, E-Society, Industrie 4.0 und Sicherheit – zusammengefasst unter dem Akronym NEWGEMS, nach den Anfangsbuchstaben der englischen Begriffe angeordnet.

Was wie der Name einer App klingt, ist ein multi-thematischer Investmentansatz, der im globalen Aktienportfolio DPAM Invest B Equities NEWGEMS Sustainable zum Einsatz kommt. NEWGEMS erschließt ein breites Performancepotenzial innovativer und disruptiver Geschäftsmodelle weit über den Bereich ‚Robotic‘ hinaus und sorgt zudem mit 70 bis 80 Portfoliowerten für eine globale Diversifikation. Der Anlageprozess ist eingebettet in ein systematisches Nachhaltigkeits-Screening, das bei Degroof Petercam AM strategieübergreifend zum Einsatz kommt. Das Filtern nach ESG-Kriterien hilft uns nicht nur dabei, Risiken zu minimieren, die aus kontroversem Verhalten von Unternehmen entstehen können. Vielmehr lassen sich auch gezielt Chancen unter den Aspekten Umwelt, Soziales und Governance identifizieren und nutzen.

Bei der Auswahl von Einzeltiteln favorisieren wir Unternehmen mittlerer Größe. Diese sind oft innovativer als die großen. Viele Themen, die die Zukunft bestimmen, gehen meist nicht von etablierten Unternehmen aus. Wenn er vom innovativen oder disruptiven Potenzial überzeugt ist, investieren wir auch in bekannte Branchengrößen, wie zum Beispiel Sony.

Für die Zukunft gut aufgestellt

Der japanische Elektronikkonzern profitiert von der wiedererstarkten Musikindustrie sowie vom Gaming, einer der am stärksten wachsenden Branchen der letzten Jahre. Beide Zweige durchschreiten eine revolutionäre Entwicklung in der Waren-Distribution – dem Download. Dieser ermöglicht um 30 bis 50 Prozent höhere Gewinnmargen im Vergleich zum Ladenverkauf. Auch im Bereich E-Sports, dem sportlichen Wettkampf mittels Computerspielen ist Sony stark involviert. Eine wachsende Nachfrage kommt vor allem von der Generation Z, also den nach der Jahrtausendwende Geborenen, die in dieser Wachstumsbranche für zweistellige Zuwachsraten sorgen.

Ein Beispiel aus dem Bereich Nanotechnologie ist der niederländische Computerchip-Produzent ASML. Nanotechnologie zielt darauf ab, technische Geräte mit hoher Präzision oder in besonders kleiner Größe herzustellen. Das Unternehmen kann immer kleinere und leistungsstärkere Computerchips entwickeln, da es diese mit gebündeltem Licht beschießt. ASML ist aktuell das einzige europäische Unternehmen, das diese Technologie weiterentwickeln kann.

Im Zeitalter der digitalen Revolution gewinnt auch das Thema Cyber-Sicherheit rasant an Bedeutung. Hackerangriffe und Viren sind nicht die einzige Gefahr, denen Computersysteme und Netzwerke von Unternehmen weltweit ausgesetzt sind. Auch durch die natürliche Fluktuation von Arbeitskräften entstehen immer wieder Sicherheitslücken, indem zum Beispiel E-Mail-Accounts oder Login-Daten nicht rechtzeitig gelöscht werden. Die US-Firma CyberArk berät diesbezüglich Unternehmen rund um alle Themen der digitalen Sicherheit und der Prävention von Datenmissbrauch.

 

 




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