Digitalisierung als Wachstumsbremse?

Fintch-Unternehmen bieten zahlreiche Lösungen an, die den Bankensektor transformieren. Sind sie eine Gefahr für die Banken? Robin Buschmann, CEO des Fintech-Unternehmens Giromatch GmbH, sieht die neuen Technologien als hilfreiche Stütze für die heutigen Banken.

Die Ergebnisse der Roland-Berger-Studie „Corporate Banking 2020“ sind alarmierend: Zwischen 2011 bis 2016 gingen die Bruttoerlöse im deutschen Firmenkundengeschäft von 35 Mrd. Euro auf 30 Mrd. Euro zurück, und das, obwohl die gesamtwirtschaftliche Situation für Unternehmen in Deutschland so gut war wie noch nie. Warum sind die Banken von diesem Wachstum sozusagen abgekoppelt? Die Autoren der Studie machen dafür hauptsächlich fünf Faktoren verantwortlich:

  1. Niedrige Zinsen auf den Kapitalmärkten drücken auf die Gewinne im Einlagenkreditgeschäft.
  2. Banken sehen sich einer zunehmenden Flut von Regulierungsanforderungen ausgesetzt, die immer mehr Ressourcen beanspruchen.
  3. Heterogene Kundengruppen mit steigenden Anforderungen. Zudem differenzieren sich die Anforderungen weiter aus.
  4. Verschiebungen in der Produktlandschaft: Cash Management, Transaction Management und Trade Finance wachsen und stellen höhere Anforderungen an die Kompetenzen der Bankmitarbeiter.
  5. Die zunehmende Digitalisierung führt verstärkt zu Speziallösungen. Zum einen erhöht sich dadurch der Wettbewerb, zum anderen fühlen sich die Banken unter Druck gesetzt, mit eigenen Lösungen dagegen zu halten.

Es überrascht auf den ersten Blick, dass Digitalisierung hier den Anschein einer Wachstumsbremse erweckt. Banken sind Teil eines technologischen Transformationsprozesses, der auch kulturellen Wandel und Innovationsfähigkeit erfordert. Sie sehen sich selbst immer noch als Universalinstitute mit dem Anspruch, die komplette Bandbreite des Bankings abzubilden. Das führt zu Effizienzverlusten und produziert Kosten. Gerade vor dem Hintergrund der steigenden Kundenansprüche erscheinen Inhouse-Lösungen als zu teuer oder nicht wettbewerbsfähig.




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