Bildung: Eine schlaue Investition

Bildung ist nach Gesundheit der zweitgrößte Wachstumsmarkt. Eine weltweit immer größer werdende Mittelschicht strebt nach Wissen und den damit verbundenen Aufstiegsmöglichkeiten. Und diese sind durchaus gut: In der westlichen Welt sorgen der demografische Wandel und die Wissensgesellschaft für eine große Nachfrage nach Experten. Doch was haben institutionelle Investoren davon?

Mehr und mehr institutionelle Investoren orientieren sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN (Vereinte Nationen). Besonders Ausschlusskriterien spielen eine zentrale Rolle bei Investitionsentscheidungen.  Sie zielen darauf ab, negative Auswirkungen zu vermeiden, wie sie zum Beispiel bei Anlagen in Rüstung, Tabakunternehmen oder Unternehmen, die Sozialstandards verletzen, auftauchen können. Bislang versuchen jedoch nur wenige Angebote, die 17 Ziele der UN aktiv zu erreichen. Bildung bietet genau das. Mit Investitionen in diesen Bereich können die Nachhaltigkeitsziele aktiv und direkt realisiert werden.

Weltweit wird qualifiziertes Personal benötigt

Das vierte Ziel der UN verlangt, eine „inklusive, gerechte und hochwertige Bildung zu gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle zu fördern“. Bildung steht weit oben auf der Liste, nach Bekämpfung von Armut und Hunger sowie Förderung der Gesundheit. Sie befähigt Menschen, unsere Welt in eine bessere Zukunft zu führen. Hochqualifizierte Menschen besitzen das Rüstzeug, sämtliche UN-Nachhaltigkeitsziele zu realisieren. Weltweit werden unter anderem Lehrer, Agrarwissenschaftler, Ingenieure und medizinisches Personal gebraucht. Letztlich wird Bildung darüber entscheiden, wie sich der globale Lebensstandard in Zukunft entwickeln wird.

Bildung kostet Geld: den Staat, die Bildungsträger, aber auch den privaten Sektor. Die staatlichen Mittel sind meistens begrenzt. Bildungsträger beteiligen Steuerzahler und Unternehmen daher zunehmend an den Kosten und erheben Gebühren für Kinderbetreuung oder bezahlen Schulgebäude durch Immobilienfinanzierungen. Auch der Bildungsnehmer muss letztlich bereit sein, in die eigenen Kenntnisse und das eigene Wissen zu investieren. Nicht alle, die das Potenzial haben, verfügen über ausreichende finanzielle Mittel, um die ihren Stärken und ihrer Motivation entsprechende Ausbildung zu absolvieren. Hier sind private Bildungsinvestitionen maßgeblich von Bedeutung.

Im Ländervergleich schneidet Deutschland schlecht ab

Auch in Deutschland ist es nicht selbstverständlich, dass jeder Mensch bestmöglich ausgebildet werden kann. Die Bildungschancen sind ungleich verteilt, denn die soziale Herkunft bestimmt nach wie vor den beruflichen Werdegang. Im OECD-Ländervergleich schneidet Deutschland sogar besonders schlecht ab: In 100 Familien, in denen mindestens ein Elternteil einen akademischen Abschluss hat, nehmen 77 Prozent der Kinder ein Studium auf. Von 100 Kindern aus Familien ohne akademischen Hintergrund studieren nur 23. Der häufigste Grund, warum Kinder aus nicht-akademischen Familien nicht studieren, sind die hohen Kosten, die nicht bezahlt werden können.

Ein dreijähriges Bachelor-Studium kostet an einer staatlichen Hochschule in Deutschland im Durchschnitt 28.800 Euro – wenn man nur die Ausgaben für Lebenshaltungskosten von monatlich 800 Euro zugrunde legt. Für einen Masterabschluss, der auf zwei Jahre angelegt ist, entstehen weitere Lebenshaltungskosten von durchschnittlich 19.200 Euro.

Mieten stellen den größten Posten dar, sodass die Gesamtkosten eines Studiums maßgeblich von seinem Ort abhängen. Gerade die Preise für studentisches Wohnen haben sich in den letzten Jahren noch rasanter entwickelt als der Gesamtmarkt für Mieten. Für Berlin stieg der durchschnittliche Mietpreis  für studentisches Wohnen zwischen 2010 und 2015 um knapp 30 Prozent, für München um 17 Prozent und für Bonn um elf Prozent.

Zusätzliche Qualifikationen dringend notwendig

Ein weiterer Kostenfaktor für Studenten ist die Internationalisierung der Ausbildung. Viele Arbeitgeber, insbesondere Unternehmen, fordern Auslandserfahrung von den Berufseinsteigern. Auslandssemester und vor allem ein komplettes Studium im Ausland bedeuten weitere Ausgaben. Vielerorts fallen Studiengebühren, oftmals höhere Lebenshaltungskosten sowie Kosten für Flüge an. Hinzu kommt, dass Studenten in vielen Ländern keine Arbeitserlaubnis erhalten und somit keinen Nebenjob ausüben können.




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