ESG-Ratings reichen nicht aus

ESG-Strategien arbeiten vorwiegend mit Daten aus der Vergangenheit. Sie beschränken sich meist auf den Ausschluss bedenklicher Sektoren sowie den relativen Vergleich von Unternehmen innerhalb einer Branche. Über deren aktiven Beitrag zur Lösung drängender Probleme sagen diese Ansätze nur wenig aus. Deshalb bedarf es einer zukunftsbezogenen Erweiterung der Methodik.

Bald schon werden neun bis zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben. Themen wie Urbanisierung, Demografie, saubere Energietechnologien, Mobilität oder Ressourcenknappheit scheinen vor diesem Hintergrund immer wichtiger. Es ist deshalb nicht ausreichend, sich im Rahmen nachhaltiger Investments lediglich darauf zu konzentrieren, ob sich Unternehmen in der Vergangenheit besser verhalten haben als ihre Mitbewerber. Der bekannteste sogenannte ESG-Ansatz geht der Frage nach, ob bei der Entscheidung von Unternehmen ökologische und soziale Aspekte sowie die Art der Unternehmensführung mitberücksichtigt werden. Genau darauf jedoch beschränkt sich der sogenannte ESG-Ansatz, der für Environmental, Social, und Corporate Governance steht.

Welchen künftigen Einfluss der Ver- oder Gebrauch ihrer Produkte auf Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft hat, ist für den sprichwörtlichen Fußabdruck eines Unternehmens aber mindestens ebenso relevant. Der Blick muss sich deshalb auch darauf richten, auf welche Produkte Unternehmen in Zukunft setzen und welche relevanten Megatrends sie damit adressieren. Das dabei entstehende umfassendere Lebenszyklusbild gibt der absoluten Bewertung ihres Fußabdrucks mehr Gewicht. Verzerrungen, die sich aus dem nur relativen Vergleich von Best-in-Class-Ansätzen ergeben, werden damit korrigiert.

Globalance Bank und Donner & Reuschel gründen Globalance Invest

Der von der Schweizer Globalance Bank entwickelte „Globalance Footprint“ geht diesen zusätzlichen Schritt, indem er die Dimensionen Innovationskraft und Zukunftspotenzial als wesentliche Rating-Faktoren in seine Analyse einbezieht und berücksichtigt, inwieweit Unternehmen auf relevante globale Megatrends vorbereitet sind. Das ist der wichtigste Grund, weshalb die Privatbank Donner & Reuschel mit der Globalance-Kooperation seinen Kunden einen Zugang zu einer vorausschauenden Lösung im Bereich nachhaltiges Investieren bietet. Die Kooperationspartner gründeten 2017 Globalance Invest, den weltweit ersten Vermögensverwalter, der sich auf zukunftsorientierte Anlagen spezialisiert.

Footprint-Analyse geht über ESG-Ausschlusskriterien hinaus

Auf einer Ratingskala mit dem Maximalwert 100 macht der Footprint einem Investor die Wirkung seiner Anlagen auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt transparent. Beispiel S&P 500: Die im breiten US-Aktienindex enthaltenen Unternehmen erzielen im Durchschnitt 52 Punkte, die im Rahmen einer Footprint-Analyse aktiv selektierten hundert besten Werte erreichen 70 Punkte. Zwar kommen in der dafür angewendeten Methodik auch alle gängigen Ausschlusskriterien zum Tragen – von umstrittenen Branchen bis hin zu unethischen Geschäftspraktiken wie Ausbeutung von Mitarbeitern, und auch der aktuelle Prozess der Leistungserstellung unter ESG-Gesichtspunkten fließt mit ein; die Footprint-Analyse geht aber über das Abarbeiten von Ausschlüssen und Checklisten hinaus, welches den ESG-Strategien eigen ist und letztlich nur dem Aussieben von Unternehmen mit besonders schlechten ESG-Werten gleicht.

Demgegenüber entsteht der Mehrwert des Footprint-Ansatzes in erster Linie in einer aktiven Auswahl der Anlagen mit positivem Einfluss. Grundsätzlich können Unternehmen aus jeder nicht ausgeschlossenen Branche einen hohen Wert bei ihrem Footprint erreichen. Das können Pioniere sein, Nischenplayer, aber auch etablierte Konzerne und global Leader. Ein großer Verbrauchsgüterkonzern zum Beispiel: Für den indischen Markt hat er ein Shampoo entwickelt, das ohne Wasser auskommt. Oder Nahrungsmittelhersteller, die daran arbeiten, durch veränderte Rezepturen ihrer Produkte die Umwelteinflüsse zu verringern. Solche Initiativen zahlen positiv auf das Punktekonto ihres Footprint-Ratings ein.

Investitionen in Zukunftsbeweger für langfristigen Vermögensaufbau

Damit rücken Unternehmen in den Fokus, die als „Zukunftbeweger“ die globalen Herausforderungen aktiv angehen, dafür Lösungen anbieten und davon auch finanziell profitieren. Zukunftbeweger sind etablierte Konzerne, aber auch Pioniere, welche die Zukunft aktiv mitgestalten und fünf globale Megatrends adressieren: Demographische Veränderung, Urbanisierung in den Emerging Markets, Klimawandel und Energiewende, Ressourcenknappheit und Kreislaufwirtschaft sowie Digitalisierung. Donner & Reuschel und die Globalance Bank sind überzeugt, dass sich Investitionen in Zukunftbeweger langfristig positiv auf den Vermögensaufbau auswirken. Der gemeinsam aufgelegte Zukunftbeweger-Fonds erwirtschaftet eine „doppelte Rendite“, da das Vermögen nicht nur sinnvoll strukturiert und zukunftsfähig investiert wird, sondern zudem Positives für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt leistet.

Zukunftbeweger zu finden erweist sich als weit aufwändiger als wenn ein Unternehmensuniversum schlicht durch ein ESG-Raster gesiebt wird. Es erfordert die Auswertung einer Vielfalt an Quellen von multilateralen Organisationen, akademischen Instituten, Beratungsunternehmen, Think Tanks, Stiftungen, NGOs, Behörden oder auch Zukunftsforschern. Diese zukunftsgerichteten Daten müssen interpretiert, gewichtet, eingeordnet und letztlich auch bewertet werden. Doch die Chancen, die sich daraus ergeben, sind ebenso vielfältig.




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