Darüber hinaus ermöglichen innovative Wasserkreislaufsysteme (RAS-Systeme) mittlerweile, Shrimps und Fische professionell an Land zu züchten. Während bisher der Lachs von Chile beziehungsweise Norwegen in die USA oder nach China eingeflogen werden musste, könnten zukünftig landbasierte Fischfarmen allzu weite Transportwege zum Kunden überflüssig machen. Zwar sind die notwendigen Investitionsvolumen beträchtlich, denn die derzeit anlaufenden US-Projekte verschlingen jeweils bis zu 400 Millionen US-Dollar; jedoch dürfte sich der Kapitaleinsatz angesichts der Frachtkosteneinsparung von etwa zwei US-Dollar je Kilogramm und des möglichen Premium-Preises im Handel langfristig rechnen. Ein Teil der US-Lachse ist bereits heute vorab an einen großen Handelskonzern verkauft. Schließlich sind regional und nachhaltig produzierte Lebensmittel auch vom Konsumenten zunehmend gefragt.

 Nachhaltigkeit treibt den Trend

Aktuelle Diskussionen um die fortschreitende Klimaerwärmung und diverse Tierwohl-Initiativen werden die Zahl der Konsumenten, die Wert auf eine bewusste und nachhaltige Ernährung legen, zweifelsohne noch erhöhen. Dieser Trend verlangt daher ein Umdenken, auch von börsennotierten Nahrungsmittelkonzernen. Dem Marktforschungsunternehmen Mintel zufolge billigen gegenüber den tierisch erzeugten Vergleichsangeboten inzwischen selbst 53 Prozent der US-Verbraucher pflanzenbasierten Nahrungsmitteln eine bessere Ökobilanz zu.

Dabei sind es wohl nicht nur Veganer, die den neuen Lifestyle massentauglicher machen. Anders ist der Hype in den USA um die neuen pflanzenbasierten Burger nicht zu erklären. Der auf Basis von Erbsen- beziehungsweise Sojaproteinen erzeugte Fleischersatz hält dort nicht nur Einzug in tausenden von Supermärkten. Sogar eine der führenden Fastfood-Burger-Filialketten hat die fleischlose Alternative jüngst ins Sortiment aufgenommen.

Die Konkurrenz dazu ist Kunstfleisch aus dem Labor. Es wird dem Nachhaltigkeitsgedanken allerdings kaum gerecht, schon weil zur Herstellung fötale Kälber-Seren gebraucht werden. Das Blut von Kuhföten ist Hauptbestandteil vieler Nahrungsmittel.

Ohnehin achten Konsumenten verstärkt auf die Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln. Die Produktion gesundheitsfördernder und besser verträglicher Lebensmittel verlangt in der Folge den vermehrten Einsatz natürlicher Zusatzstoffe. Im Gegenzug wird immer mehr auf künstliche Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker sowie auf synthetisch erzeugte Aromen, Süß- und Farbstoffe verzichtet. Auch in den USA, wo bisher aufgrund der geringeren Anforderungen bei Lebensmittelkennzeichnungen der Einsatz natürlicher Inhaltsstoffe lange gebremst wurde, ist ein Umdenken festzustellen. Natürliche Lebensmittelfarben gewinnen nun auch hier – trotz der deutlich höheren Bezugskosten – an Bedeutung.

Ohne Zusätze

Mit dem gestiegenen Interesse an einer gesünderen Ernährung kommen ferner kohlenhydratreiche Nahrungsmittel sowie reine Milchprodukte immer mehr aus der Mode. Allein der Verzicht auf Gluten oder Laktose führt bei vielen Verbrauchern häufig zu einem besseren Lebensgefühl, obwohl gar keine konkrete Unverträglichkeit diagnostiziert wurde. Das „Frei von …“-Sortiment wächst vor diesem Hintergrund seit Jahren überdurchschnittlich. Insbesondere laktose- oder glutenfreie Lebensmittel gewinnen kontinuierlich Marktanteile. Teils finden in diesem Zusammenhang aber auch andere Produkte neue Beachtung, beispielsweise Ziegenmilch. Letztere ist neben der sogenannten A2-Milch, also Kuhmilch mit verträglicher Kasein-Struktur, bei Babyprodukten vor allem in Südostasien stark nachgefragt. Neben den überdurchschnittlichen Wachstumsraten dieser neuen Marktsegmente, ist aus Unternehmens- beziehungsweise Investorensicht auch die hier erzielbare Preisprämie interessant.

Seite drei – Bio-Gewächshäuser in Städten



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