Fantasie kann wichtiger als Wissen sein

Die richtigen Trends gehören in ein gutes Portofolio. Technologieunternehmen warten hier mit neuen Überraschungen auf.

Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.“ Ein Satz Albert Einsteins, der vielleicht am besten charakterisiert, was ein Technologiefonds-Manager heute neben guter Analyse und profundem Wissen braucht. Kaum jemand weiß, welche Branche als Nächstes von disruptiven Schüben erschüttert wird. Spannende Zeiten, keine Frage. Neue Technologien zur Verarbeitung, Nutzung und Speicherung von Informationen machen als Basis der digitalen Wirtschaft immer neue Sprünge.

Umso wichtiger ist es, in diesem Umfeld nicht die Bodenhaftung und den Überblick zu verlieren. Die Geschichte des Neuen Markts rund um die spätere Dotcom-Blase hat gezeigt, dass Fantasie allein auch in Luftschlösser übergehen kann, wenn Geschäftsmodelle nur auf dem Papier existieren und der Markt überhitzt ist. Wer jedem Hype hinterher läuft, dem geht schnell die Luft aus. Substanz entscheidet am Ende. Unternehmen mit solidem Cashflow und einer führenden Position im Markt sind oft Garanten für eine nachhaltige Wertentwicklung.

Sechs Megatrends fürs Portfolio

Um die Titelauswahl im Technologie-Universum zu optimieren, lassen sich sechs Megatrends identifizieren. Konkret sind das die weitere Verbreitung des Internets vor allem auch in den Emerging Markets, dem Internet of Things (IoT), die Fragmentierung des TV über Anbieter wie Netflix und Co., Fintech sowie Cybersecurity und Cloudcomputing.

„Querdenken“ ist wichtig. So zeugt die Nachricht vom 10. April 2017, dass Tesla der wertvollste US-Autobauer an der Börse ist, sicher von der Kursfantasie vieler Anleger. Und diese Nachricht mag viele in Deutschland aufschrecken, hängt dort fast jeder siebte Arbeitsplatz von der Automobilindustrie ab. Doch der Hersteller von Elektroautos baut die Fahrzeuge nicht allein. Das fängt schon bei der Herstellung an. In der Tesla-Fabrik in Freemont/ Kalifornien versehen Hunderte Roboter der Firma Kuka aus Augsburg ihren Dienst. Das Luftfederfahrwerk des Model S von Tesla kommt von Continental aus Hannover und bei der Innenraumausstattung hat sich Recaro aus München durchgesetzt. Die Liste könnte man noch weiterführen. Denn auch traditionelle Autos werden aus vielen zugelieferten Komponenten gebaut, die durchschnittliche Wertschöpfung großer deutscher Autofirmen liegt im Schnitt nur zwischen 20 und 30 Prozent. Der Rest entfällt auf diverse Zulieferer. Unter dem Strich bleibt jedoch die zunehmende Bedeutung von Software für die Automobilbranche der wichtigste Trend: Schon heute handelt es sich bei den herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren um fahrende Computer, wenn man beispielsweise an Fahrspur-, Distanzkontroll- oder Einparkassistenten oder Navigationssysteme denkt.




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