Fünf lukrative Technologiesektoren

Technologiesektoren machen mittlerweile ein Fünftel der weltweiten Marktkapitalisierung aus. Viele glauben daher, Technologieaktien seien überbewertet. Mikko Ripatti von DNB ist anderer Ansicht.

Technologieaktien machen mittlerweile ein Fünftel der weltweiten Marktkapitalisierung aus. Fast die Hälfte der 20 größten börsennotierten Unternehmen der Welt sind mittlerweile im Bereich Technologie, Medien und Telekommunikation angesiedelt. Vor diesem Hintergrund verwundert wenig, dass vielfach die Meinung kursiert, diese Anlagespezies sei überbewertet. Wir teilen diese Ansicht nicht, sondern rechnen mit einem überdurchschnittlichen und vom Markt noch nicht eingepreisten Wachstum. Zahlreiche Titel sind noch unterbewertet, da deren Potenzial noch nicht bekannt ist. Darüber hinaus ist diese Branche auch deshalb interessant, weil sie eine große Bandbreite besitzt, so dass für jeden Anlegertyp die passende Aktie gefunden werden kann. Technologie „frisst“ sich gleichsam in alle Bereiche und treibt den Wandel voran: von der Gesundheitsversorgung über öffentliche Einrichtungen bis hin zum Einzelhandel. Wir haben fünf Themenbereiche mit überdurchschnittlichem Potenzial identifiziert:

Ultraschnelle Mobilnetze

In diesem Jahr wird der Startschuss für den neuen Mobilfunkstandard 5G fallen. Damit können tausendfach größere Datenmengen als bisher mit einer Übertragungsrate von bis zu 10.000 Megabit pro Sekunde durch die Mobilnetze jagen – hundert Mal schneller als der aktuelle LTE-Standard 4G. Erstmals wollen auch Konzerne diese Technologie nutzen, so dass gänzlich neue Industrien und Dienstleistungen entstehen. Die neuen Netze sollen zum zentralen Nervensystem der Fabrik der Zukunft avancieren. Dabei werden Geräte und Maschinen Daten direkt untereinander austauschen, ohne dass die Infrastruktur eines Mobilfunkproviders notwendig ist. Der Markt wächst rasant: 2024 werden weltweit bereits 1,5 Milliarden 5G-Verträge erwartet.

Big Business E-Gaming

E-Gaming hat sich als Milliardenmarkt entwickelt und ist längst dem Status einer Nische entwachsen. Veränderungen im Verhalten der Anwender, wie die vermehrte mobile Nutzung und technologische Neuerungen, sorgen für disruptive Umbrüche. Seit einiger Zeit bemühen sich auch große E-Commerce-Player wie Amazon & Co. vermehrt, Fuß in diesem Bereich zu fassen. Die Prognosen sind gigantisch: Allein der Subsektor e-Sports – so eine Studie von PWC – soll sich in den nächsten vier Jahren auf 1.600 Millionen US Dollar verdoppeln.

Cloud Services – hohe Kosteneinsparung

Auf der Festplatte lagert immer weniger. Vielmehr steigen Unternehmen zunehmend auf Cloud Computing um, um langfristig Kosten zu sparen. Das Cloud-Geschäft boomt – und bietet IT-Dienstleistern, IT-Ausrüstern und Software-Anbietern zahlreiche Chancen. Die globalen Umsätze mit der digitalen Wolke dürften Analysten zufolge von heute 200 Milliarden Dollar auf 500 Milliarden Dollar im Jahr 2026 zunehmen.

Wachstumsfeld digitale Medien

Viel versprechend präsentiert sich auch der Mediensektor. Die wenigsten jungen Leute von heute sitzen noch vor dem Fernsehgerät. Stattdessen benutzen sie ihr iPad oder den Laptop, um Netflix, Amazon Prime oder YouTube zu sehen. Wird diese junge Generation älter und verfügt über mehr Kaufkraft, fließt das Werbegeld weg von den traditionellen Printmedien hin zu internetbasierten Medien. Dies geschieht bereits jetzt auf noch niedrigem Niveau – und bietet entsprechend hohe Wachstumschancen. Besonders zwei Unternehmen dürften zu den großen Gewinnern zählen: Google/Alphabet und Tinder.

Künstliche Intelligenz

Selbständig lernende Systeme und intelligente Software revolutionieren nachhaltig das Wirtschaftsleben – das Thema Künstliche Intelligenz ist auf dem besten Wege, ein Megatrend zu werden. Wir gehen davon aus, dass die Anzahl intelligenter Algorithmen rasant zunehmen wird, denn die exponentiell ansteigende Datenmenge muss verarbeitet und in die richtige Richtung gelenkt werden. Laut PWC liegt das Wachstumspotenzial bis zum Jahr 2030 bei 15,7 Billionen Dollar. Big Data ist das neue Öl der Wirtschaft – und wer die Daten richtig nutzt, ist an der Spitze. Anleger sollten indes genau hinschauen: Künstliche Intelligenz birgt zwar überdurchschnittlich gute Anlagechancen. Doch ist es derzeit ein Hype-Thema – was sich nicht zuletzt in einigen überhöhten Aktienbewertungen widerspiegelt.




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