Healthcare-Sektor boomt

Es lohnt sich, in die eigene Gesundheit zu investieren; doch auch als Anleger kann man davon profitieren, denn der Healthcare-Sektor boomt. Das verdankt er unter anderem der Digitalisierung.

Die globale demografische Entwicklung als Impulsgeber für Innovationen, eine von Konjunkturzyklen weitgehend unabhängige Wachstumsdynamik und eine wachsende Zahl an neuen Behandlungsmöglichkeiten – der Gesundheitsmarkt ist eine Branche, in die es sich lohnt zu investieren. Der MSCI World Healthcare Index hat in den letzten fünf Jahren um 89 Prozent zugelegt – und in den letzten zehn Jahren sogar um 257 Prozent, während der breite Aktienmarkt gemessen am MSCI World Net um 158 Prozent stieg. Die Wachstumstreiber der Branche sind gleichzeitig eine Herausforderung für die Gesellschaft, weil sie die Gesundheitskosten in die Höhe treiben: die globale Überalterung oder die Zunahme chronischer Krankheiten. Somit sind Effizienztreiber eine gute Medizin, um die Gesundheitskosten zu senken und die Branche insgesamt rentabel zu halten. Die Digitalisierung spielt hier eine wichtige Rolle. Sie ist ein Prozess, der immer mehr um sich greift, aber auch großes Potenzial birgt, die Branche effizienter zu gestalten.

Stärker reguliert als andere Sektoren

Digital Health ist stärker reguliert als die anderen Tech-Bereiche: Sicherheit und klinischer Nutzen müssen mit aufwändigen klinischen Studien belegt werden. Dies schafft Eintrittsbarrieren für potenzielle Konkurrenten und macht das Technologierisiko berechenbarer. Doch wie sehen digitale Behandlungsmethoden in der Medizin aus? Von der digital vernetzten Insulinpumpe bis zur virtuellen Sprechstunde: Schon heute gibt es erfolgreiche Technologieunternehmen, die digitale Lösungen für die Patientenbehandlung entwickeln.

Erleichterung für Diabeteskranke

Diabetes ist eine Stoffwechselkrankheit, deren Verbreitung sich laut der Weltgesundheitsorganisation WHO seit 1980 auf heute 422 Millionen weltweit vervierfacht hat. Vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern gibt es aufgrund des Trends hin zu einem westlichen Lebensstil mit unausgewogener Ernährung und Übergewicht eine starke Zunahme der Altersdiabetes Typ-2. Blutzuckersensoren, die den Glukosewert im Blut kontinuierlich aufzeichnen, sind ein technologisches Hilfsmittel, um Diabetikern einen möglichst ungestörten Alltag zu ermöglichen. Dafür wird ein kleiner Sensor auf die Haut geklebt und mit dem Smartphone verbunden. Damit entfällt für Diabetiker die mehrmals tägliche Blutabnahme per Fingerstich. Marktführer bei den Blutzuckersensoren ist das amerikanische Unternehmen Dexcom, das an der New York Stock Exchange (NYSE) gelistet ist. Die Zulassung des neuesten Modell iCGM G6 hat den Innovationszyklus im Diabetessektor erheblich beschleunigt. Hand in Hand mit dieser Entwicklung geht der Produktlaunch des neuesten Modells der Insulinpumpe t:slim X2 des Technologieunternehmens Tandem Diabetes Care aus dem kalifornischen San Diego. Der Patient kann die Insulinpumpe entsprechend den Glukosedaten mittels eines Touchscreens bedienen, bei zu tiefen Blutzuckerwerten stoppt sie Insulinabgabe bereits automatisch. Tandem Diabetes könnte bald als erstes Unternehmen die „künstliche Bauchspeicheldrüse“, eine autonome, vollautomatisierte Insulinpumpe, im Markt einführen. Somit könnten Diabetespatienten dank der Nutzung von Big Data bald ein sorgenfreieres Leben führen.




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