Kein Sand am Meer

Sand – ein seltener Rohstoff? Wer hätte das gedacht? Maike Radermacher vom Online-Marktplatz Trade Machines erklärt, warum der Sand knapp wird und sich sogar die Mafia in diesem Geschäft rumtreibt. Eine ausführliche Infografik gibt alle wichtigen Fakten zum Thema, die sie kennen sollten.

 

Sand scheint unendlich. Die Vorstellung von Meeren und Stränden bis zum Ende des Horizonts ist weit verbreitet. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort „wie Sand am Meer“. Danei ist Sand seltener, als die meisten Menschen wohl vermuten dürften. In Wahrheit geht der Welt gerade der Sand aus. Wir entnehmen dem Planeten mehr Sand, als natürlich nachkommt. Wofür? Hauptsächlich für die Herstellung für Zement, was wiederum zu Beton weiterverarbeitet wird.

Laut UNEP: 40 Billionen Tonnen Sand allein 2014 verbraucht

Die UNEP, das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, schätzte die weltweit verbrauchte Menge an Sand im Jahre 2014 auf 40 Billionen Tonnen. Leider gibt es keine offiziellen globalen Statistiken. Es ist allerdings davon auszugehen, dass weitaus mehr Sand pro Jahr abgebaut wird. In Deutschland werden alleinrund 239 Millionen Tonnen Kies und Sand pro Jahr verbaut.

In Asien ist der Sandkonsum auffallend hoch. China und seine wachsende Bevölkerung braucht Sand, um Infrastruktur und Wohnungen zu bauen. Singapur muss sein zu bebauendes Land erst noch erweitern: Landgewinnung durch Sandaufschüttung im Meer. Dafür benötigt es 130 Millionen Kubikmeter Sand im Jahr. Und auch die Stadt Dubai hängt von den kleinen Körnchen ab. Das arabische Emirat hat sich einige Mega-Bau-Projekte vorgenommen:

Man könnte meinen, Dubai – als Stadt mitten in der Wüste – habe genug eigene Sandvorkommen. Das stimmt auch. Jedoch eignet sich der glatte Wüstensand nicht für die Herstellung von Beton, da er nicht mit dem Zement zusammenhaftet. Meeressand ist daher für die Baubranche besser zu verarbeiten. So erklärt sich auch, warum Dubai Sand von den Stränden in Australien importiert.

Enorme Preisentwicklung für Sand

Der Bedarf für Sand ist offensichtlich vorhanden. Und das treibt die Preise in die Höhe: Als Singapur anfing, seine Landfläche zu erweitern, stieg der Sandpreis binnen sechs Monate drastisch an. Inzwischen kauft Singapur den Rohstoff von Vietnam bis Myanmar für über 200 Dollar pro Tonne ein. Vor 20 Jahren kostete der Sand gerade mal drei Dollar. Laut Angaben des Observatory of Economic Complexity war der Sandhandel 2015 1.7 Billionen Dollar wert. Dazu kommen dann noch die illegal gehandelten Summen aus dem Schwarzmarkt. Angaben der Times of India zufolge ist der illegale Sandhandel in Indien alleine 2.3 Billionen Dollar wert pro Jahr. Es gibt Schätzungen, die das gesamte jährliche Handelsvolumen der Sandindustrie auf 70 Billionen Dollar schätzen.

Sand wird knapper, dadurch wertvoller und der Schwarzmarkt boomt. Wie Sand entsteht, welche Auswirkungen der massive Abbau dieser Ressourcen hat und welche Alternativen es gibt, zeigt die umfangreiche Infografik:

 

 

 




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