Luxus lohnt sich

Liegt bei Ihnen zu Weihnachten auch die ein oder andere Luxusmarke unter dem Weihnachtsbaum? Das Luxussegment ist enorm chancenreich, meint die GAM Portfoliomanagerin Scilla Huang Sun, denn die Branchenführer setzen nicht nur Standards, sondern versprechen zudem solide Dividenden.

Oldtimer, alter Whisky, teure Handtaschen oder gar erfolgreiche Springpferde – alternative und teilweise ausgefallene Investments erfreuen sich in Niedrigzinszeiten großer Beliebtheit. Eine Flasche eines seltenen und alten Single Malt Scotch kann ein kleines Vermögen einbringen, Modeikonen, wie die legendären Birkin Bags-Handtaschen von Hermès sind mittlerweile beliebte Auktionsobjekte und werden regelmäßig für zehntausende Dollar versteigert. Geldanlagen dieser Art können überaus lukrativ sein, für viele sind sie jedoch zu riskant und zu speziell. Doch auch eher traditionell gesinnte Anleger können von der Beliebtheit vieler Luxusgüter profitieren.

Denn die Branche boomt. Nach einigen schwächeren Jahren begann die Luxusgüterindustrie, sich im vergangenen Jahr zu erholen. 2017 hat sich diese Erholung fortgesetzt. Firmen wie Lous Vuitton Moët Hennessy (LVMH), der Spirituosen-Hersteller Brown Forman oder der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont können auf eine gute Entwicklung zurückblicken. Kering, zu denen auch die Marke Gucci gehört, hat innerhalb eines Jahres um mehr als 80 Prozent zugelegt. Die positive Dynamik der Weltwirtschaft belebt den Konsum, viele Luxusfirmen haben in den vergangenen drei Quartalen dieses Jahres robuste Zahlen publiziert und ihre Gewinnschätzungen nach oben angepasst. Für 2017 ist ein Wachstum der Luxusindustrie von über fünf Prozent zu erwarten. Besonders in China und Europa entwickelt sich die Industrie positiv, während der wichtige US-amerikanische Markt ein eher gemischtes Bild zeichnet. Durch Luxusgüter-Fonds können Investoren an dieser Entwicklung teilhaben.

Touristen sind gern gesehen

Zusätzlich zur guten Konjunktur bestimmen vor allem zwei Faktoren den Luxus-Boom: Die Digitalisierung und die konsumfreudige Generation der «Millennials». Da diese einen stetig wachsenden Einfluss auf das Shopping-Erlebnis ausüben, ist unter den Luxusgüterunternehmen ein großer Eifer zu beobachten, mit den jeweils aktuellen digitalen Entwicklungen Schritt zu halten. Zudem profitiert der Markt vom weltweiten Vermögenswachstum und vielen neuen Luxuskonsumenten, die vor allem aus den Schwellenländern stammen. Etwa drei Viertel des diesjährigen Wachstums gehen auf Konsumenten aus Schwellenländern zurück. Insbesondere die Bedeutung Chinas ist gestiegen. Aufgrund der Größe des Landes und seiner schnellen wirtschaftlichen Entwicklung hat sich hier enormes Potential eröffnet. Gerade in China ist die Affinität zu westlichen Luxusmarken sehr groß. Entsprechend sind insbesondere chinesische Touristen gern gesehene Gäste in den luxuriösen Geschäften des Westens. Aber auch Touristen aus den Vereinigten Staaten, aus Japan und aus Russland geben ihr Geld gerne für teure Ware aus. Insgesamt machen Touristen 30 bis 40 Prozent des gesamten Luxusmarktes aus.

Das macht die Aktien der Luxusunternehmen zu einem sehr interessanten Investment. Luxusaktien haben über einen langen Zeitraum den breiten Aktienmarkt geschlagen. So hat seit der Finanzkrise die Wertentwicklung des GAM Luxury Brands Equity Fonds, der in verschiedene Luxusmarken investiert, sowohl den MSCI World als auch den MSCI Emerging Market Index übertroffen. Das liegt unter anderem daran, dass Luxusaktien Entwicklungen der Emerging Markets hervorragend mit denen der Developed Markets kombinieren können: Anleger investieren in etablierte, finanzstarke westliche Unternehmen und nutzen gleichzeitig die steigende Konjunktur und den steigenden Wohlstand der Schwellenländer, der sich im wachsenden Luxuskonsum niederschlägt.

Zudem genießen Unternehmen der Luxusindustrie gewisse Vorteile: Gut geführte Luxusmarken haben quasi eine Monopolstellung und können die Preise für ihre Produkte oft selbst setzen. Ihre Gewinnmargen sind oft überdurchschnittlich, was sie entsprechend profitabel macht. Dadurch generieren die Unternehmen einen hohen Cashflow, der ihre Investitionsausgaben mehr als deckt. Das führt bei den meisten Luxusfirmen zu einer sehr gesunden Bilanz mit einer lediglich sehr geringen oder gar keiner Verschuldung.

Die Marke als wertvollstes Gut

Hinzu kommen die Dividendenrenditen. Diese sind zwar mit circa zwei Prozent nicht übermäßig hoch, im aktuellen Niedrigzinsumfeld aber durchaus interessant. Viele Luxusfirmen sind außerdem sogenannte «Dividendgrower», was bedeutet, dass ihre Dividendenauszahlung in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist. So hat sich die Dividende von LVMH beispielsweise seit der Finanzkrise mehr als verdoppelt, bei Tiffany ist die Dividende gar um das Dreifache gestiegen. Ein weiterer, für Investoren sehr interessanter Faktor: Viele Luxusfirmen sind nach wie vor Familienunternehmen mit einer teilweise langen und stolzen Historie. Damit einher geht eine gewisse Stabilität, Erfahrung sowie die Verfolgung einer langfristigen Firmenstrategie.

Firmenstrategie, Stabilität und die Marke eines Unternehmens sind für die Auswahl einer geeigneten Anlage essentiell. Zusätzlich zur klassischen Analyse der üblichen Finanzkennzahlen und -trends, spielt die Beurteilung der Marken und ihres Stellenwertes eine zentrale Rolle. Denn die Marke ist das wertvollste Gut eines jeden Luxusunternehmens. Eine starke Marke zeichnet sich durch hochqualitative Produkte und eine klare Botschaft aus. Um beides zu etablieren, ist eine konsistente Strategie und Erfolg über viele Jahre nötig. Ein stabiles, positives Image aufzubauen ist schwer und langwierig – um es zu zerstören reicht ein Skandal. Gutgeführte Marken sind innovativ, kennen die Wünsche ihrer Kunden und investieren laufend, um ihre eigenen Ansprüche und die ihrer Kunden zu erfüllen. Kreativität und Innovationen sind dabei zentral, um als Marke attraktiv zu bleiben. Luxuskonsumenten sind anspruchsvoll, aber auch bereit, viel Geld für gute Produkte auszugeben. Entsprechend müssen Investoren nicht selbst Millionäre sein, um vom Luxus zu profitieren.




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