Millennials kaufen Erlebnisse

Der richtige Umgang mit den Millennials entscheidet über die Zukunftsfähigkeit eines jeden Unternehmens. Hochschuldozent Peter Baumgartner zufolge geben junge Menschen ihr Geld lieber für Erlebnisse als Gegenstände aus.

Medien, Politik und Wirtschaft übertreffen sich oftmals in wichtigmachenden und inhaltslosen Darstellungen über die Generationen Y und Z oder die Millennials an sich. So manche Etage zerschlägt sich den Kopf, wo künftig wie investiert werden soll, um mit den Millennials geschäftlich am Ball zu bleiben. Dazu müssen die Entscheider die Welt dieser Menschen kennen und sich Zugänge verschaffen.

Orientierung gefragt

Mit den Millennials gibt es erstmals eine ganze Generation, die in einer Smartphone-Internet-Facebook-Instagram-Welt groß geworden ist. Die Mitglieder dieser Generation legen perfekt einen Wunschfilter über Dinge. Sie zeigen nahen und ganz fernen Menschen wie toll das Leben ist. Die Millennials glauben Dinge erreichen zu können, weil sie es nur wollen. Mit diesen Menschen und ihren Bedürfnissen müssen Sie umgehen lernen. Sie müssen ihnen Orientierung bieten.

Erst mit 25 Jahren erwachsen

Die Studie der Forscherin Jean M. Twenge von der Universität in San Diego zeigt, dass die Jugend von heute später erwachsen wird. So habe sich diese Grenze von 18 auf 25 Jahre verschoben. Der Trend sei unabhängig vom Geschlecht, dem Wohnort oder sozioökonomischen Faktoren feststellbar. Was die Aktivitäten angeht, so sind heute 18-Jährige so wie früher 15-Jährige. Teenager warten heute länger, bis sie mehr Verantwortung übernehmen. Ein Grund dafür könnten die Helikopter-Eltern sein. Sie versuchen ab der Geburt das „Beste“ herauszuholen und kontrollieren das Leben bis ins kleinste Detail.

40 Prozent ärmer als Eltern

Nach Berechnungen der Resolution Foundation verdienen Millennials in Großbritanien wesentlich weniger als Menschen eine Generation zuvor. Das macht sich beim Aufbau von Vermögen bemerkbar. Die Millennials in den entwickelten Ökonomien haben ein 40 Prozent geringeres Vermögen als die Eltern zu ihrer Zeit, errechnet der IWF. Junge Menschen können heute dadurch seltener Immobilien erwerben als früher. Ein weiteres Problem der Jungen: die Sicherung des Alters. Die Renten-Landschaft hat sich massiv geändert. Rentenleistungen wurden in vielen Staaten gekürzt. Eine drohende Altersarmut ist vorgezeichnet.

 Konkurrenz durch lockere Dresscodes

Unterschiedliche Branchen setzen, oder setzten, bislang einen gewissen Dresscode voraus. Goldman Sachs lockert nun die eigenen Bekleidungsvorschriften für die Mitarbeiter. Das hat einen guten Grund. Goldman Sachs zielt darauf ab, die Firmenkultur den jüngeren Angestellten anzupassen. Mehr als drei Viertel gehören zu den Millennials. Ein lockerer Dresscode ist ein Aspekt, mit dem man als Arbeitgeber in der von Wettbewerb geprägten Branche attraktiv sein kann. Für die Technik- und Entwicklungsabteilung lockerte Goldman den Dresscode bereits vor zwei Jahren. Das war nötig, um gute Programmierer rekrutieren zu können. Die Konkurrenz durch Google und Apple ist besonders groß, weil der Dresscode dort besonders leger ist.

Absage an Altbewährtes

Die ersten Menschen, die mit der Digitalisierung aufgewachsen sind, werden weniger Autos kaufen. Das Statussymbol auf vier Rädern wird abgewählt. Ein Drittel der Jugendlichen in den Großstädten macht keinen Führerschein mehr. Junge, urbane Menschen wollen eher kein Auto besitzen, weil der Besitz sie einengt, ihnen das Gefühl von Unabhängigkeit und Flexibilität nimmt. Wenn schon, dann kaufen sie eher mal einen Gebrauchtwagen.

Seite zwei – Nachfrage nach Konsumgütern sinkt




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